Blaubeeren

Marion Boginski - Elsas Blaubeeren

Elsa ist tot und spielt trotzdem eine stille Hauptrolle in der Welt ihrer Familienangehörigen

Nein, es folgt kein Rezeptvorschlag für backwütige Küchenfetischisten. Es geht nicht um Obstküchlein, Soufflés oder Pfannkuchenbeilagen. Auch die deutsche Nahrungsmittelanbaukultur spielt in Marion Boginskis Roman Elsas Blaubeeren keine Rolle. Enttäuscht? Das müssen Sie nicht sein. Sicherlich haben Sie zumindest bei dem Namen Elsa an genau das gedacht, was auch der Autorin im Kopf umhergeschwirrt ist, als sie begann, die Geschichte niederzuschreiben. Natürlich, Elsa ist ein altes Mütterchen. Und das Einzige, was Elsa von vielen anderen Mütterchen unterscheidet, ist… nicht der Hang zu Blaubeeren – wo denken Sie hin? Es ist die schlichte Tatsache, dass Elsa tot ist und trotzdem eine stille Hauptrolle in der Welt ihrer Familienangehörigen spielt. Und was für eine…

Claudia Rusch - Aufbau Ost. Unterwegs zwischen Zinnowitz und Zwickau.

Claudia Rusch lässt kaum ein Thema, Klischee und Vorurteil unkommentiert stehen. Mal schreibt sie bewegend über den Tod des Großvaters in der Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit und die lange verschobene Auseinandersetzung mit diesem, ein anderes Mal bieten die Essgewohnheiten in der DDR den Aufhänger für ihre Geschichten und persönlichen Erfahrungen.

Julia Franck (Hg.): Grenzübergänge.

Autoren aus Ost und West erinnern sich.

Anhand von Prosatexten und Lyrik ermöglicht diese Anthologie eine Begegnung mit der anderen Hälfte Deutschlands, die über Jahrzehnte hinweg so nah und dabei doch so fern war, von der man so viel hörte und dabei doch so wenig wusste.

Daniel Alarcón - Lost City Radio

Die stille Anklage gegen ein Regime

Lost City Radio - diese drei Worte sind ein Appell. Sie stehen für die Aufarbeitung der Geschichte eines traumatisierten Landes, für den Kampf gegen das Verdrängen, das Vergessen und für den verzweifelten Versuch einer Bevölkerung, mit ihrem Leid umzugehen.

Jaroslav Rudiš - Grandhotel

„Ich heiße Fleischman. Bin einhundertneunundsiebzig Zentimeter groß und dreiundsiebzig Kilo schwer." Eine sonderbare, höchst eigentümliche Gestalt stellt sich mit diesen Worten in Jaroslav Rudiš tschechischem Roman „Grandhotel" vor.