Oliver Boberg im Gespräch mit Schau ins Blau
von Oliver Boberg • Datum: 15. Mai 2010 • Ausgabe: 10.1 - Fremdheit
SIB: Ihre neueren Arbeiten, die Sie „Slum” genannt haben, zeigen dem Betrachter Bilder notdürftiger Behausungen. Sie zeigen Armut, in der die meisten Westeuropäer nicht leben. Waren Sie selbst in solchen Siedlungen?
Boberg: Sie haben jetzt „die Sie ‚Slum‘ genannt haben” gesagt und das ist schon eine Distanzierung zum Inhalt. Tatsächlich sind es nicht immer Slums. Ich habe für die Arbeiten im Internet recherchiert oder zum Teil auch in Büchern, aber ich war nicht dort. Darauf beziehen sich die Arbeiten auch: Darauf, dass wir nie an den Orten waren, wenn wir zu Bildern Geschichten entwickeln. Ich gebe im Internet bestimmte Suchbegriffe ein, recherchiere in allen möglichen Bilderdatenbanken und sammle mir raus, was ich brauchen kann. Bei etlichen handelt es sich um improvisierte Behausungen, aber manche sind auch Behausungen von Leuten, die sich nicht als minderbemittelt empfinden würden. Slum bezieht sich auf „improvisierte Behausungen” - das wäre vielleicht der korrektere Begriff dazu.










