Kategorie ‘Wissenschaftliches’

Identitäts- und Alteritätsdiskurse in der Dominikanischen Republik und ihre Demaskierung in Matos Moquetes Roman “La Avalancha”

von Julia Borst • Datum: 25. August 2010 • Ausgabe: 10.1 - Fremdheit

Im Rahmen der Solidaritätsbekundungen nach dem tragischen Erdbeben vom 12. Januar 2010 waren die dominikano-haitianischen Beziehungen wieder Thema in der Presse. Den ganzen Beitrag lesen »



Der »Wanderbegriff« Barbar(ei) zwischen Fremdheit und Entfremdung oder Wie der Fremde zum Täter wurde

von Corina Leithner • Datum: 14. August 2010 • Ausgabe: 10.1 - Fremdheit

Barbarei - Spiegelbild der Gesellschaft?

Nicht selten liest man heutzutage von „[der] neue[n] Barbarei in der zivilisierten Welt”[1] oder von der „Rückkehr zur Barbarei”[2]. Den ganzen Beitrag lesen »



Die Inszenierung einer instabilen, einer beweglichen und einer Lifestyle-Identität in deutsch-türkischer Prosa

von Katharina Bilan • Datum: 05. August 2010 • Ausgabe: 10.1 - Fremdheit

Nach den Angaben des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung leben heute circa 2,8 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland, was bedeutet: „In keinem anderen Land der Welt leben so viele Türkischstämmige - außer in der Türkei selbst.” Den ganzen Beitrag lesen »



Konkrete Poesie, Universalsprache und universelle Piktographie im Kontext der globalen Kommunikation

von Beatrice Nickel • Datum: 12. Juni 2010 • Ausgabe: 10.1 - Fremdheit

1. Vorbemerkung

Die globale Kommunikation ist eines der herausstechendsten Merkmale der Moderne. Eine vollständig globale Kommunikation setzte jedoch vor allem eines voraus, nämlich die Transzendierung aller nationaler linguistischer Codes. Einen wichtigen Schritt in Richtung auf das Ziel einer Internationalisierung von Kommunikation stellte vor allem die Anglisierung der Welt dar. Ihr analoge historische Vorgängerprozesse bestanden in der Herausbildung verschiedener linguae francae  in den verschiedensten Weltregionen (Griechisch im östlichen Mittelmeerraum, Lateinisch im Imperium Romanum, Arabisch von Westafrika bis Südostasien, Mandarin in Ostasien, Nahuatl in Mesoamerika, Wollof in Westafrika etc.). Ohne die allgemeine Anerkennung des Englischen als kulturell und wirtschaftlich dominanter Sprache, als lingua franca der industriellen und wissenschaftlich-technischen Moderne, wäre der seit Mitte des 20. Jahrhunderts stark beschleunigte Prozess der Globalisierung nicht denkbar.[1] Den ganzen Beitrag lesen »



Von Hechten, Lammkeulen und anderen Speisen: Sinnliche Grenzerfahrungen in Monika Marons Endmoränen und Ach Glück

von Stefanie Arend • Datum: 25. Januar 2009 • Ausgabe: 9.1 - Ethik und Ästhetik

Als im Jahr 2007 Monika Marons Roman Ach Glück erschien, zeigte sich die öffentliche Kritik verhalten. Zu durchsichtig und in gewissem Sinne banal erschien diese Geschichte, die auch als Fortsetzung von Marons Endmoränen (2004) zu lesen ist. Sie erzählt von Johanna, einer Frau von etwa fünfzig Jahren, die in ihrem Alltag, in ihren beruflichen und privaten Zusammenhängen, keine Zufriedenheit und kein Glück mehr empfindet. Der Roman beginnt, als Johanna im Flugzeug nach Mexiko sitzt, um alles andere für einen Moment hinter sich zu lassen, ungewiss darüber, was sie auf der anderen Seite des Ozeans erwartet. Der Text nutzt gleichsam zeitdeckend die Flugzeit zu Reflexionen und Erinnerungen. Den ganzen Beitrag lesen »



Vom Schall im Rauch

von Clemens Heydenreich • Datum: 12. September 2008 • Ausgabe: 8.1 - Phänomene der Gegenwart - Gegenwart als Phänomen

Comic und Literatur in Deutschland

Ein Gegenwartsphänomen, das seit Monaten den deutschen Buchhandel im wahrsten Wortsinne unsicher macht, ist die Graphic Novel. Der „Grafische Roman” kämpft sich frei aus seinem angestammten, eher öffentlichkeitsfernen Biotop - den Programmen spezieller Comicverlage nämlich - und hinein in die Neuerscheinungskataloge „klassischer” Literaturhäuser. Oder besser: Er wird freigekämpft. Der Comic-Roman Fun Home etwa, in dem die US-Autorin Alison Bechdel in zyklischen Suchbewegungen freilegt, wie das heimliche schwule Zweitleben des Vaters ihre Kindheit geprägt hat, ist laut Innentitel ein „Comic aus dem Hause Kiepenheuer & Witsch - und das ist gut so.” Ein launiges Kampfzitat, mit dem der Verlag vor einem als stirnrunzelnd gedachten Stammpublikum gleichsam die „Queerness” seiner kleinen Pioniertat feiert. Die Buchhändler indes wissen noch nicht so recht, wie umzugehen sei mit der neuartigen Ware. Mancher sortiert sie themenbezogen zwischen seine „normalen” Textliteratur-Titel ein, mancher ins Cartoon-Geschenkband-Regal zwischen Uli Stein und Joscha Sauer, und mancher wagt ein eigenes Graphic-Novel-Regalfach.

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Unvergleichliche Vergleiche

von Evi Zemanek • Datum: 22. Mai 2008 • Ausgabe: 8.1 - Phänomene der Gegenwart - Gegenwart als Phänomen

Kaum eine andere Autorin ihrer Generation ist so umstritten wie Juli Zeh. Der Zankapfel ist ihre ‘bilderreiche Sprache’. Hymnische Lobpreisungen und hysterische Verrisse wechseln einander ab in der Reaktion auf ihre Romane. Letztlich halten sie einander wohl die Waage. Ihr Augenmerk richten die Rezensenten hauptsächlich auf zweierlei: Spannung und Sprachstil. Ersteres gestehen sie Zehs Romanen uneingeschränkt zu, hinsichtlich des Stils scheiden sich jedoch die Geister.

Als “eine ganz ungewöhnlich begabte Schriftstellerin” bezeichnet sie Ulrich Greiner in seiner Rezension zu ihrem zweiten Roman Spieltrieb (2004), der ihn ebenso überzeugt wie Zehs Erstling Adler und Engel (2001): “Es ist erstaunlich, es ist bewundernswert, wie die gerade mal dreißig Jahre alte Schriftstellerin auf sämtlichen Pferden einer durchtrainierten Sprache und eines hoch gebildeten Scharfsinns ihre Geschichte über 500 Seiten durchs Ziel jagt, eine Geschichte, wie sie ungemütlicher nicht sein kann.” So ansteckend ist ihre vielthematisierte ‘metaphernreiche Sprache’, dass sich der Rezensent selbst zum bildhaften Ausdruck hinreißen lässt. Seine (völlig kritiklose) ‘Kritik’ imitiert Zehs Kunst - das gilt nicht nur für diesen Kritiker. Auf den Zeh hier attestierten Scharfsinn wird später noch eingegangen, spielt dieser doch gerade beim Ersinnen von Vergleichen und Metaphern eine wichtige Rolle. Den ganzen Beitrag lesen »



Die Zukunftssicht in Michel Houellebecqs La possibilité d’une île (2005)

von Matthias Hausmann • Datum: 22. Mai 2008 • Ausgabe: 8.1 - Phänomene der Gegenwart - Gegenwart als Phänomen

Michel Houellebecq ist derzeit der große Star der französischen Literaturszene und zieht seit Jahren höchstes Interesse von Publikum und Kritik auf sich und sein Werk. Die im Zentrum seines Schaffens stehenden Romane sind dabei vor allem wegen ihrer oft krassen Darstellung der zeitgenössischen Realität und der aktuellen Situation der westlichen Gesellschaft umstritten, aber Houellebecq beschäftigt sich nicht nur ausgiebig mit unserer Gegenwart, sondern zeichnet in zwei seiner Romane auch ein Bild der Zukunft, die er für die Menschheit erwartet. Erstmals skizziert Houellebecq eine solche Zukunftswelt in seinem bekanntesten Roman, Les particules élémentaires (1998), der seinen endgültigen Durchbruch bedeutete und ihm internationalen Ruhm einbrachte. In seinem jüngsten großen Werk, La possibilité d’une île (2005), nimmt er dieses Thema erneut auf und behandelt es weitaus ausführlicher, wobei er eine klar anti-utopische Zukunft ersinnt und dadurch einer Literaturgattung, die in Frankreich zu ihrer ersten konkreten Ausprägung kam, neue Kraft einzuflößen vermag; diese fiktive Zukunftswelt Houellebecqs samt ihrer Verknüpfung zur Gegenwart und zur literarischen Tradition soll in diesem Beitrag behandelt werden. Den ganzen Beitrag lesen »