Transkulturalität und digitale Medien

Transkulturalität und digitale Medien

von Han­nes Müller

Ob wiki­pe­dia, face­book, twit­ter oder tin­der – digi­ta­le Medi­en sind ein ste­tig wach­sen­der und mitt­ler­wei­le bei­na­he unver­zicht­ba­rer Teil unse­res All­tags gewor­den. Nicht nur „digi­tal nati­ves“ bewe­gen sich sou­ve­rän und rou­ti­niert durch das „World Wide Web“, auch der Nor­mal­an­wen­der über­win­det natio­na­le Gren­zen und baut Brü­cken zwi­schen Kul­tu­ren. Die­ses Gren­zen über­schrei­ten­de Phä­no­men ist in die­sem Umfang neu­ar­tig. Des­halb sind noch zahl­rei­che Fra­gen offen. In die­sem Arti­kel möch­te der Ver­fas­ser der Fra­ge nach­ge­hen, ob sich die­ses „Neue“ mit dem Begriff „Trans­kul­tu­ra­li­tät“ des Kul­tur­phi­lo­so­phen Wolf­gang Welsch adäquat beschrei­ben lässt. Anhand der Begrif­fe Flows, Dif­fe­ren­zen, Hybri­di­tät und Zuge­hö­rig­keit wer­den trans­kul­tu­rel­le Phä­no­me­ne und digi­ta­le Medi­en kor­re­la­tiv mit­ein­an­der in Ver­bin­dung gesetzt. Das Pra­xis­feld „digi­ta­le Medi­en“ bie­tet ein her­vor­ra­gen­des Prü­fungs­feld für die Trans­kul­tu­ra­li­täts­theo­rie, die­se wie­der­rum – soll­te sie der Prü­fung stand­hal­ten — ein geeig­ne­tes Erklä­rungs­mo­dell für die ver­bin­den­den und eröff­nen­den Mög­lich­kei­ten von „digi­ta­len Medien“.

1. Einleitung

Der Blick ins Lexi­kon ist dem Klick auf die Online-Platt­form Wiki­pe­dia gewi­chen. Anstatt eines Brie­fes oder eines Anrufs erhält man eher Emails, Whats­app- oder Face­book-Nach­rich­ten. Kochbar.de oder Chefkoch.de haben sogar im elter­li­chen Wohn­haus das Blät­tern im Koch­buch ersetzt. Die auf­wen­di­ge und etwas pein­li­che Kon­takt­an­zei­ge wird durch die Part­ner­su­che auf Platt­for­men wie Tin­der aus­ge­tauscht. Die Lis­te lie­ße sich so wei­ter­füh­ren, jedoch soll­te deut­lich gewor­den sein, dass digi­ta­le Medi­en zum All­tag der meis­ten moder­nen Men­schen bei­na­he untrenn­bar dazu­ge­hö­ren. Inso­fern lässt sich ohne ernst­haf­ten Wider­spruch mit Rudolf Kam­merl sagen: „Media­ti­sie­rung weist im Kon­text ande­rer gesell­schaft­li­cher Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se eine Son­der­stel­lung auf, da sie alle Lebens­be­rei­che durch­dringt, alle Gesell­schafts­grup­pen erfasst und eine beson­ders star­ke Dyna­mik auf­weist“ (Kam­merl 2014: 19). So trat durch eine Lang­zeit­stu­die der öffent­lich-recht­li­chen Fern­seh­sen­der ARD und ZDF zum The­ma Mas­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on zuta­ge, dass sich die Medi­en­nut­zungs­zeit zwi­schen 1970 (durch­schnitt­lich 219 Minu­ten pro Tag) und 2005 (durch­schnitt­lich 599 Minu­ten pro Tag) bei­na­he ver­drei­facht hat­te (vgl. Kam­merl 2014: 19f.). Einen gro­ßen Anteil an die­ser Ent­wick­lung hat­ten und haben digi­ta­le Medi­en die — anders als in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung — nicht nur von Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen genutzt wer­den, son­dern in jeg­li­cher Alters­grup­pe an Popu­la­ri­tät gewin­nen oder schon erfolg­reich sind (vgl. ebd.: 20). Zahl­rei­che Stu­di­en bestä­ti­gen seit der Jahr­tau­send­wen­de die her­aus­ra­gen­de Rol­le der digi­ta­len Medi­en in allen Berei­chen des mensch­li­chen Lebens (vgl. u.a. van Eimeren/Frees 2013; Wagner/Gebel/Lampert 2013; Barthelmes/Sander 2001). Die Mög­lich­kei­ten zur Kom­mu­ni­ka­ti­on und Par­ti­zi­pa­ti­on wur­den erheb­lich aus­ge­wei­tet und ihr Zugang ver­ein­facht. Eta­blier­te Begrif­fe und Model­le wer­den dadurch erheb­lich in Fra­ge gestellt. Wie kann bei­spiels­wei­se unter Ein­be­zug digi­ta­ler Medi­en heu­te von Kul­tur gespro­chen wer­den? Exis­tie­ren strin­gen­te Model­le, die eine Medi­en­nut­zungs­pra­xis, wie sie durch digi­ta­le Medi­en geschieht, beschrei­ben und erklä­ren können?

Gleich­zei­tig könn­te man von der Theo­rie eines neu­en Kul­tur­be­grif­fes, wie ihn die Trans­kul­tu­ra­li­tät ver­wen­det, aus­ge­hen und nach den prak­ti­schen Aus­wir­kun­gen u.a. in den digi­ta­len Medi­en fra­gen. Könn­ten die digi­ta­len Medi­en vir­tu­el­le Orte der Begeg­nung, Öff­nung und Grenz­über­win­dung sein? Bie­ten die­se Medi­en viel­leicht opti­ma­le Bedin­gun­gen für trans­kul­tu­rel­le Phänomene?

2. Was ist ‚Transkulturalität’? — Ein kurzer Überblick

Das Trans­kul­tu­ra­li­täts­kon­zept geht im deutsch­spra­chi­gen Raum vor allem auf die Arbei­ten des Kul­tur­phi­lo­so­phen Wolf­gang Welsch zurück (vgl. Welsch 1994). Damit setzt sich Welsch von klas­si­schen Kul­tur­ent­wür­fen ab, die Kul­tu­ren als ein­heit­li­che, abge­schlos­se­ne und gegen­ein­an­der abge­grenz­te Model­le im Sin­ne von Natio­nal­kul­tu­ren begrei­fen (vgl. Welsch 2010: 36). Ins­be­son­de­re gegen eine exten­sio­na­le Bestim­mung von Kul­tur, wie sie sich im 18. Jahr­hun­dert bei Johann Gott­fried Her­der fin­det, der Kul­tu­ren als Kugeln ver­steht, posi­tio­niert sich Welsch (vgl. ebd). „[J]ede Nati­on hat ihren Mit­tel­punkt der Glück­se­lig­keit in sich wie jede Kugel ihren Schwer­punkt,“ (Her­der [1774] 1967: 44f.) hieß es noch bei Her­der. Die­ses homo­ge­ne ab- und aus­gren­zen­de Kugel­mo­dell gilt es nach Welsch zu über­win­den, da es in der heu­ti­gen moder­nen Gesell­schaft bereits über­holt und somit hoch­gra­dig fik­tiv bzw. ima­gi­när sei (vgl. Gip­pert 2011: 17). Welsch nennt es gar „kul­tur-ras­sis­tisch“ (Welsch 1994: 90).

Um das Kugel­mo­dell zu dekon­stru­ie­ren setzt Welsch ihm das Kon­zept der Trans­kul­tu­ra­li­tät ent­ge­gen, mit des­sen Hil­fe die „Kugeln“ auf­ge­sprengt wer­den sol­len. Für ihn sind Kul­tu­ren „intern durch eine Plu­ra­li­sie­rung mög­li­cher Iden­ti­tä­ten gekenn­zeich­net und wei­sen extern grenz­über­schrei­ten­de Kon­tu­ren auf“ (ebd.: 84; Kur­siv­set­zung durch H. M.). Somit trägt Welsch der inne­ren Kom­ple­xi­tät und Hete­ro­ge­ni­tät der ein­zel­nen Kul­tu­ren Rech­nung und weist gleich­zei­tig auf die zahl­rei­chen, über­aus ver­floch­te­nen Ver­net­zun­gen und Bin­nen­strö­me zwi­schen den Kul­tu­ren hin. Dabei ist nicht nur der Makro­kos­mos (Milieus, Öko­no­mie, Kunst­be­trieb, etc.) einer Gesell­schaft von trans­kul­tu­rel­len Phä­no­me­nen betrof­fen, son­dern auch der Mikro­kos­mos (das ein­zel­ne Indi­vi­du­um) (vgl. Gip­pert 2011: 17). Es wird deut­lich, dass es Welsch um ein umfas­sen­des Erklä­rungs­mo­dell kul­tu­rel­ler und gesell­schaft­li­cher Zusam­men­hän­ge geht. Die Effi­zi­enz die­ses all­ge­mei­nen Modells lässt sich erst in der Betrach­tung einer kon­kre­ten sozio­kul­tu­rel­len For­ma­ti­on beur­tei­len. Dies soll anhand der digi­ta­len Medi­en geschehen.

3. Transkulturalität und digitale Medien — Momente einer Korrelation

Der Glücks­fall des Theo­re­ti­kers ist das Expe­ri­ment als Anwen­dungs­ver­such in der Pra­xis. Als Wolf­gang Welsch den Begriff „Trans­kul­tu­ra­li­tät“ präg­te, nahm er für sich in Anspruch, Wirk­lich­keit deskrip­tiv zu beschrei­ben. Dabei han­del­te es sich sicher­lich um ein löb­li­ches Unter­neh­men, jedoch konn­te man den Ver­dacht nicht von der Hand wei­sen, dass Welsch reduk­tio­nis­tisch vor­geht, wenn er über dem hoch­kom­ple­xen Gebil­de „Kul­tur“ den recht ein­di­men­sio­na­len Über­be­griff „Trans­kul­tu­ra­li­tät“ plat­ziert. Lässt sich Welschs Kon­zep­ti­on in einem Gebiet erpro­ben? Die digi­ta­len Medi­en bie­ten nach Mei­nung des Ver­fas­sers ein opti­ma­les Prü­fungs­feld für die Trans­kul­tu­ra­li­täts­theo­rie, die sich nun inner­halb eines ein­grenz­ba­ren inno­va­ti­ven Bereichs bewei­sen muss.

Gleich­zei­tig könn­te, das Kon­zept der Trans­kul­tu­ra­li­tät zu einer tref­fen­den Beschrei­bung des Kul­tur­raums „Word Wide Web“ bei­tra­gen und bei Begriffs­bil­dun­gen auf der Ebe­ne der Refle­xi­on wei­ter­hel­fen. Die anschlie­ßen­den Grund­kon­zep­tio­nen „Flows“, „Dif­fe­ren­zen“, „Hybri­di­tät“ und „Zuge­hö­rig­keit“ bie­ten Anknüp­fungs­punk­te um sich der Ver­hält­nis­be­stim­mung von Trans­kul­tu­ra­li­tät und digi­ta­len Medi­en zu nähern.

Die nach­fol­gen­den Haupt­ka­te­go­rien, die gro­be Glie­de­rung und zahl­rei­che Anre­gun­gen ver­dankt der Ver­fas­ser den sehr emp­feh­lens­wer­ten Arbei­ten von Chris­ti­na Schacht­ner, die sich beson­ders mit der Tri­as „Trans­kul­tu­ra­li­tät — Digi­ta­le Medi­en — Bil­dung“ beschäf­ti­gen (vgl. Schacht­ner 2009; vgl. auch Schacht­ner 2014).

3.1 Flows

Der Kul­tur­anthro­po­lo­ge Ulf Han­nerz präg­te schon 1997 den Begriff „Flows“, um damit die dyna­mi­sche Pro­zess­haf­tig­keit von Phä­no­me­nen und Din­gen zu bezeich­nen (vgl. Han­nerz 1997: 4). Die­se zeich­nen sich dadurch aus, dass sie nicht sta­tisch an ihrem Platz blei­ben, son­dern emer­gie­ren, expan­die­ren, sich bewe­gen und sich öff­nen. Gesell­schaf­ten und Kul­tu­ren wer­den durch sie durch- und über­kreuzt, wobei sie Spu­ren und Ver­bin­dun­gen hin­ter­las­sen. Die­sen „Flows“ begeg­net man in zahl­rei­chen Fel­dern des sozia­len Lebens, so bei­spiels­wei­se auf dem Finanz­markt, dem Waren­markt, in den Medi­en und der Tech­no­lo­gie (vgl. Appa­du­rai 1990; vgl. Appa­du­rai 1995). Es ist dann u.a. von „Kapi­tal­strö­men“, „Waren­strö­men“, „Bil­der­strö­men“, „Infor­ma­ti­ons­strö­men“ und „Kom­mu­ni­ka­ti­ons­strö­men“ die Rede. Wobei vor allem die Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­strö­me, durch die ste­ti­ge Aus­wei­tung der digi­ta­len Medi­en in den mensch­li­chen All­tag hin­ein, heu­te beson­de­re Rele­vanz haben. Zwar wur­den auch die­se „Flows“ nicht erst mit der Ent­wick­lung digi­ta­ler Medi­en gebo­ren, jedoch lässt sich expli­zit bei die­sen beob­ach­ten, dass sie sich in den letz­ten Jahr­zehn­ten hin­sicht­lich ihrer Gleich­zei­tig­keit, ihrer Inten­si­tät, ihrer Geschwin­dig­keit und ihrer glo­ba­len Wahr­nehm­bar­keit deut­lich ver­än­dert haben. Ihre Struk­tur gleicht einem offe­nen Netz­werk, ihre Archi­tek­tur einem stän­di­gen Über­gang (vgl. Schacht­ner 2009: 5). Dadurch ist die Welt sozi­al, poli­tisch, öko­no­misch und kul­tu­rell mit­ein­an­der ver­bun­den. „Flows“ kenn­zeich­nen somit flüs­si­ge und in gewis­ser Wei­se auch flüch­ti­ge offe­ne Netz­wer­ke, deren Anfang und Ende häu­fig im Dun­keln liegt (vgl. Win­ter 2010: 149). Es lässt sich jedoch ihr Ein­fluss fest­stel­len. Com­pu­ter, Fern­se­her, Radi­os, mobi­le End­ge­rä­te — also eine Band­brei­te an elek­tro­ni­schen Medi­en — sind Teil der Büros, Wohn‑, Schlaf- und Kin­der­zim­mer und des öffent­li­chen Rau­mes gewor­den. Beson­ders die digi­ta­len Medi­en erfreu­en sich immer höhe­rer Popu­la­ri­tät und wer­den zum all­täg­li­chen Beglei­ter (vgl. Röser/Großmann 2008: 93). Dabei wer­den durch mul­ti­me­dia­le Inhal­te — Bil­der, Tex­te und Infor­ma­tio­nen — Wer­te, Lebens­sti­le und Stra­te­gien in sämt­li­che Lebens­be­rei­che trans­por­tiert, in denen sich digi­ta­le Medi­en eta­bliert haben (vgl. Schacht­ner 2009: 5). Die­se Prä­ge­kraft kann nicht hoch genug geschätzt wer­den, so dass Römer und Groß­mann sogar von einer „‚Media­ti­sie­rung‘ von All­tag“ (Röser/Großmann 2008: 93) spre­chen. „Flows“ blei­ben in Bewe­gung, tref­fen ein­an­der und durch­kreu­zen sich. Wo sie sich annä­hern oder berüh­ren, ent­ste­hen nach Han­nerz soge­nann­te „bounda­ries“ — Gren­zen oder bes­ser Grenz­re­gio­nen -, die Ver­schwom­men­heit, Ambi­gui­tät und Unge­wiss­heit Raum geben. Das Auf­ein­an­der­tref­fen der „Flows“ ermög­licht also die Bil­dung einer „wil­den Zone“, die es noch zu orga­ni­sie­ren und zu defrag­men­tie­ren gilt. Es ent­steht ein wei­te­rer „Flow“ als Col­la­ge der vor­he­ri­gen „Flows“. Dazu schreibt Schacht­ner: „Sie [die Grenz­be­rei­che; Anm. d. Verf.] ste­hen für kul­tu­rel­le Spiel­räu­me, in denen man Ansich­ten, Wer­te und Lebens­sti­le neu kom­bi­nie­ren kann, wo etwas ent­steht, das weder der Eigen­kul­tur noch der Fremd­kul­tur zuge­rech­net wer­den kann, son­dern ein Dazwi­schen bil­det“ (Schacht­ner 2009: 5).

3.2 Differenzen

Spä­tes­tens seit dem her­aus­ra­gen­den Erfolg der sozi­al-empi­ri­schen Sinus-Milieu®-Studie Ende der sieb­zi­ger Jah­re befin­det sich die The­se von der Homo­ge­ni­tät einer Kul­tur in Begrün­dungs­schwie­rig­kei­ten und ist de fac­to nicht mehr halt­bar. Es lässt sich heu­te mit Krü­ger-Potratz sagen, dass sich hin­ter Erzäh­lun­gen von „sprach­li­cher, eth­ni­scher, kul­tu­rel­ler und natio­na­ler Homo­ge­ni­tät“ (Krü­ger-Potratz 2006: 133f.) einer Kul­tur wohl eher Mär­chen verbergen.

Ande­rer­seits liegt die Rede von „Dif­fe­ren­zen“ und „Hete­ro­ge­ni­tä­ten“ in einer glo­ba­li­sier­ten Welt, die auf Ver­ein­heit­li­chung und Stan­dar­di­sie­rung des Den­kens, der Spra­che, des Geschmacks, der Orga­ni­sa­ti­on von Bil­dung, der Mode, der Archi­tek­tur und den Ver­hal­tens­ko­di­zes im vir­tu­el­len Raum drängt, nicht unbe­dingt auf der Hand (vgl. Schacht­ner 2009: 5). Beson­ders inner­halb digi­ta­ler Medi­en lässt sich ein sol­cher Trend beob­ach­ten, der den Ergeb­nis­sen der Lebens­welt-Stu­di­en dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt ist.

Jedoch lässt sich der schein­ba­re Wider­spruch auf­lö­sen, indem man eine gewis­se Homo­ge­ni­sie­rung — bei­spiels­wei­se der Spra­che — als Bedin­gung der Mög­lich­keit von Kom­mu­ni­ka­ti­on begreift. Vir­tu­el­le Orte haben grenz­über­schrei­ten­den Cha­rak­ter — in die­sem Sin­ne könn­te man auch von Nicht-Orten spre­chen — und ermög­li­chen bzw. för­dern, wie nie zuvor ein Medi­um, das Zusam­men­tref­fen von Men­schen aus ver­schie­de­nen Natio­nen, Kul­tu­ren und sozio­kul­tu­rel­len Milieus (vgl. Schacht­ner 2009: 5). Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit des Men­schen liegt in einer anthro­po­lo­gi­schen Grund­kon­sti­tu­ti­on begrün­det, die als Syn­the­sis von Dif­fe­renz und Kon­sens gilt. Erst in die­ser Bio­pola­ri­tät ist es mög­lich, Gemein­sam­keit her­zu­stel­len. So kann bei­spiels­wei­se eine neue Spra­che nur dann gelernt wer­den, wenn man einen all­ge­mei­nen homo­ge­nen Begriff von Spra­che hat (vgl. ebd.). Um eine Spra­che erfolg­reich zu erler­nen muss aber auch die Hete­ro­ge­ni­tät der Mut­ter­spra­che zur Fremd­spra­che bedacht wer­den. Durch Online-Dis­kus­sio­nen, wie sie bei­spiels­wei­se Blogs und Foren ermög­li­chen, besteht die Chan­ce, rela­tiv unkom­pli­ziert inter­kul­tu­rel­le Gesprä­che zu füh­ren, die Dif­fe­ren­zen und Gemein­sam­kei­ten offen zu legen und dadurch Per­spek­ti­ven zu einer neu­en gemein­sa­men Ori­en­tie­rung zu ent­wi­ckeln. Dabei wird an die­ser Stel­le ein ethi­sches Feld eröff­net, da gemein­sa­me Ori­en­tie­rung auch die Suche nach gemein­sa­men Nor­men und Wer­ten beinhaltet.

3.3 Hybridität

Die Gren­ze der eige­nen Kul­tur begrenzt den Men­schen heu­te nicht mehr in der Wahl sei­ner Lebens­form. Statt­des­sen reicht die­se in ande­re Kul­tu­ren hin­ein. Durch digi­ta­le Medi­en ist der heu­ti­ge Mensch durch ver­schie­de­ne Kul­tur­kon­tex­te geprägt. Medi­en aus ver­schie­de­nen Kul­tur­krei­sen sind heu­te bei­na­he über­all ver­füg­bar. Das brei­te media­le Ange­bot wird an die eige­nen Inter­es­sen und Vor­lie­ben ange­passt. Klein spricht in die­sem Zusam­men­hang von einer „glo­bal mall“ (Klein 2000: 117), die 24 Stun­den pro Tag geöff­net hat. Dies meint auch Schlacht­ner, wenn sie schreibt: „Für jede ein­zel­ne Kul­tur sind alle ande­ren Kul­tu­ren zu Bin­nen­ge­hal­ten gewor­den; die Hybri­di­tät durch­zieht die Popu­lär­kul­tur eben­so wie die Hoch­kul­tur“ (Schlacht­ner 2009: 6). Zwar sind schon in der Anti­ke bestimm­te For­men von Hybri­di­sie­rung bekannt, jedoch spie­len sich die­se alle im Rah­men von beson­de­ren sakra­len, ritu­el­len oder fest­li­chen Hand­lun­gen ab, wäh­rend Hybri­di­tät heu­te zum All­tag gehört. Auf eini­ge sol­cher Phä­no­me­ne soll zur Ver­deut­li­chung kurz hin­ge­wie­sen werden.

Eng­lisch­spra­chi­ge Kino­fil­me wer­den immer häu­fi­ger zeit­gleich auf ver­schie­de­nen Kon­ti­nen­ten ver­öf­fent­licht, da bei­spiels­wei­se dem deut­schen Zuschau­er nicht zumut­bar ist, dass er noch einen Monat nach Erschei­nen des Films im Her­kunfts­land auf die Aus­strah­lung in sei­nem Hei­mat­land war­ten muss. Pro­duk­te­vents gro­ßer Elek­tronik­her­stel­ler wie „Apple“ wer­den per Media-Stream auf der gan­zen Welt ver­folgt. Über Online-Video-Diens­te wie „Net­flix“ wer­den Seri­en bei Erst­aus­strah­lung sowohl in Euro­pa, wie auch in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gese­hen. Anschlie­ßend besteht die Mög­lich­keit, sich auf ver­schie­de­nen Blogs und in sozia­len Netz­wer­ken über die ein­zel­nen Epi­so­den aus­zu­tau­schen. Die­ser Aus­tausch fin­det zu einem gro­ßen Teil inter­na­tio­nal statt. Dabei besteht die Mög­lich­keit, der gegen­sei­ti­gen Kor­rek­tur und Aneig­nung von Hin­ter­grund­wis­sen. Schon Mit­te der Fünf­zi­ger Jah­re lässt sich eine anbre­chen­de Hybri­di­sie­rung erken­nen. So schreibt u.a der Schrift­stel­ler Botho Strauß in sei­nem auto­bio­gra­phi­schen Roman Her­kunft: „Ich bin Deut­scher: auf­ge­wach­sen mit Grimms Mär­chen und Elvis Pres­ley, Karl May und Gene­ral Eisen­ho­wer, Wag­ner und James Dean. Woher soll ich mei­nen Rea­lis­mus neh­men? […] Ich habe aber die Nibe­lun­gen in mir, auch den Che­ru­bi­ni­schen Wan­ders­mann. Neben Zor­ros schwar­zer Peit­sche liegt die Kri­tik der Urteils­kraft. Nichts aus einem Guß dort, woher ich kom­me.“ (Strauß 2014: 66). Die­ses Phä­no­men hat der­ma­ßen dras­tisch zuge­nom­men, dass der gegen­wär­ti­ge Mensch sich des­sen über­haupt nicht mehr bewusst ist. Mit Welsch lässt sich also knapp sagen: „Wir sind alle kul­tu­rel­le Misch­lin­ge. (Welsch 2001: 268)“

3.4 Zugehörigkeit

Digi­ta­le und rea­le Mobi­li­tät, Hybri­di­tät, Glo­ba­li­sie­rung und Migra­ti­on las­sen heu­te die Fra­ge nach kul­tu­rel­ler Zuge­hö­rig­keit auf­kom­men. Oder anders gefragt: Was ist heu­te Hei­mat? Die­se Fra­ge lässt sich ange­sichts trans­kul­tu­rel­ler Lebens­for­men nur noch schwer natio­nal beant­wor­ten (vgl. Schacht­ner 2009: 7). Unter ande­rem durch digi­ta­le Medi­en ent­ste­hen neue For­men von Zuge­hö­rig­keit, die sich nicht mehr an kon­ven­tio­nel­len Hei­mat­kon­zep­ten ori­en­tie­ren. Das Inter­net ten­diert gera­de­zu dazu, Gemein­schaf­ten zu insze­nie­ren, indem es Men­schen unab­hän­gig von geo­gra­phi­schen Hin­der­nis­sen mit­ein­an­der ver­bin­det (vgl. Jöris­sen 2002: 329). Kon­sti­tu­tiv für Gemein­schaft sind gemein­sa­me Fra­gen, Sor­gen, Pro­ble­me, Inter­es­sen, usw. Durch wie­der­hol­te Begeg­nun­gen in vir­tu­el­len Netz­wer­ken und die damit ver­bun­de­ne Wie­der­kehr von The­men und Fra­gen ent­ste­hen Ver­bin­dun­gen (vgl. Schacht­ner 2009: 7). Die­se Ver­bin­dun­gen ent­wi­ckeln sich durch Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der „Com­mu­ni­ty“, durch gemein­sa­me Geschich­ten, Sym­bo­le und Zei­chen wie­der­um zu einem Gefühl von Ver­bun­den­heit (vgl. Candan/Hunger 2009: 294).

Der vir­tu­el­le Raum ermög­licht die Ver­bin­dung mit ver­schie­de­nen Per­so­nen, unab­hän­gig von kon­ven­tio­nel­len Gren­zen und Begren­zun­gen, allei­ne durch die gemein­sa­me Iden­ti­fi­ka­ti­on und Par­ti­zi­pa­ti­on (vgl. ebd.). Allein das Betrei­ben eines Blogs ermög­licht den Bei­tritt zu ver­schie­den natio­na­len und inter­na­tio­na­len „Blog­ger-Netz­wer­ken“, die sowohl vir­tu­ell als auch reell Ver­an­stal­tun­gen anbie­ten. Im Mit­tel­punkt die­ser Ver­an­stal­tun­gen steht in den meis­ten Fäl­len die Netz­werk­ar­beit, d.h. das auf­bau­en und erwei­tern sozia­ler Net­ze. Blog-Betrei­ber nen­nen sich selbst „Blog­ger“ und ver­bin­den mit dem Begriff häu­fig die Über­zeu­gung, Teil einer digi­ta­len Avant­gar­de zu sein. Ähn­li­ches gilt für den Kurz­nach­rich­ten­dienst „twit­ter“, des­sen Benut­zer sich „Twit­te­rer“ nen­nen. Auch die­ser Dienst ermög­licht grenz­über­schrei­ten­de Kom­mu­ni­ka­ti­on und ver­ein­facht sie sogar, da jeg­li­che Äuße­rung auf 140 Zei­chen beschränkt ist. Nach­rich­ten kön­nen als „Ret­weet“ inner­halb des Netz­werks ver­brei­tet und bzw. oder favo­ri­siert wer­den. Außer­dem besteht die Mög­lich­keit, pri­va­te Kurz­mit­tei­lun­gen zu sen­den. Die inter­kul­tu­rel­len und trans­kul­tu­rel­len Mög­lich­kei­ten u.a. die­ses Netz­wer­kes sind bei wei­tem noch nicht aus­ge­lo­tet, jedoch wird schon heu­te das Poten­ti­al sichtbar.

Online-Com­mu­ni­ty, aber auch Blogs sind gegen­wär­tig ein rele­van­ter Bestand­teil bei der Ent­ste­hung von Zuge­hö­rig­keit und Gemein­schaft und in die­sem Sin­ne auch dem kon­ven­tio­nel­len Hei­mat-Bild sehr nahe. Es muss jedoch auch auf eine ent­schei­den­de Unter­schei­dung zwi­schen dem alten und dem neu­en Hei­mat­bild hin­ge­wie­sen wer­den. Wäh­rend näm­lich Hei­mat im kon­ven­tio­nel­len Sin­ne als etwas dem Men­schen gege­be­nes ver­stan­den wird, ist Hei­mat in einer digi­ta­li­sier­ten Welt kon­stru­ier­ter gewor­den. Sie kann selbst erwor­ben und gestal­tet wer­den und mani­fes­tiert sich an Orten, an die man sich emo­tio­nal bin­det (vgl. Schacht­ner 2009: 7).

Wenn bei­spiels­wei­se Blogs als Dia­log­platt­form ver­stan­den wer­den, dann kann ein Blog eine Art vir­tu­el­le Hei­mat sein. Wenn nun die­se Hei­mat mit Men­schen aus ver­schie­de­nen Kon­ti­nen­ten und Natio­nen geteilt wird, dann ist die Wahr­schein­lich­keit, trans­kul­tu­rel­len Phä­no­me­nen zu begeg­nen sehr hoch.

4. Ein Fazit

Digi­ta­le Medi­en ermög­li­chen gegen­wär­tig auf zahl­rei­che Wei­se trans­kul­tu­rel­le Erfah­run­gen. In ihrer völ­li­gen Ort­lo­sig­keit eröff­nen sie grenz­über­schrei­ten­de Kom­mu­ni­ka­ti­on, die Bedin­gung der Mög­lich­keit von Trans­kul­tu­ra­li­tät ist. Dabei geht es jedoch nicht dar­um, Gren­zen zu nivel­lie­ren, son­dern sie als frucht­ba­ren Ort der Begeg­nung mit dem Frem­den zu begrei­fen. Es kann auch nicht dar­um gehen, die eige­ne Iden­ti­tät auf­zu­lö­sen, son­dern die­se als Urei­ge­ne zu betrach­ten, aus des­sen Per­spek­ti­ve Frem­des als sol­ches erst erkannt und ver­stan­den wer­den kann. In die­sem gegen­sei­ti­gen Ver­ständ­nis­pro­zess kann schließ­lich Zuge­hö­rig­keit ent­ste­hen, die zu einem kon­ti­nu­ier­li­chen trans­kul­tu­rel­len Dia­log füh­ren kann. Für sämt­li­che Pha­sen kul­tur­über­schrei­ten­den Han­delns bie­ten digi­ta­le Medi­en adäqua­te Instru­men­te, die dem Indi­vi­du­um als Hilfs­mit­tel zur Ver­fü­gung ste­hen. Es muss jedoch unter­stri­chen wer­den, dass sich die Ereig­nis­haf­tig­keit trans­kul­tu­rel­ler Phä­no­me­ne der Plan- und Mach­bar­keit entzieht.

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Han­nes Mül­ler, gebo­ren 1987, stu­dier­te u.a in Hei­del­berg, Mar­burg und Augs­burg Theo­lo­gie, Sozio­lo­gie, Phi­lo­so­phie und Ger­ma­nis­tik. Seit 2012 ist er wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter bei der Gesell­schaft zur För­de­rung von Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten und Ethik e.V., und wirkt bei dem Sam­mel­band „Wen­de­punk­te in der Ethik“ und bei der Fach­zeit­schrift „Jour­nal of Mar­kets and Ethics/Zeitschrift für Markt­wirt­schaft und Ethik“ mit.  Von Okto­ber 2014 bis Sep­tem­ber 2016 absol­vier­te er den inter­dis­zi­pli­nä­ren Mas­ter­stu­di­en­gang „Ethik der Text­kul­tu­ren“ an der Uni­ver­si­tät Augs­burg. Seit Herbst 2015 ist er als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter am Lehr­stuhl für Evan­ge­li­sche Theo­lo­gie mit Schwer­punkt Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie und theo­lo­gi­sche Gegen­warts­fra­gen beschäf­tigt. Sein Dis­ser­ta­ti­ons­pro­jekt befasst sich mit der Sym­bol­theo­rie Paul Tillichs.