Eine Zeitschrift für Literatur, Kunst und Wissenschaft

schauinsblau

© Michael Jordan

Interview

Thomas Köck zum politischen Schreiben für das Theater

Thomas Köck wird mit seinen mehrfach ausgezeichneten Theatertexten als politischer Autor diskutiert und dabei zugleich für seinen virtuos-poetischen Sprachgebrauch gelobt. Die Praxis der Kunst als politisches Mittel… weiterlesen

Literatur - Veröffentlichung

von Jasmin Wieland

Monkey see, monkey do (I don’t know why)

Rather be dead than cool (I don’t know why)

Every line ends in rhyme (I don’t know why)

Less is more, love is blind… weiterlesen

Interview

Susanne Heinrich über ihr Filmdebüt »Das melancholische Mädchen«  

schauinsblau: Frau Heinrich, Ihr Filmdebüt Das melancholische Mädchen wurde im Feuilleton fast durchweg wohlwollend besprochen. Auch Teile der Presse, die nicht unbedingt für die Verbreitung von radikaler feministischer Gesellschaftsanalyse oder Kapitalismuskritik bekannt sind… weiterlesen

Essay

Dorothea Erbele-Küster über ihre persönliche Christa Wolf Lektüre

„Störfall“ von Christa Wolf begleitet mich seit meiner Adoleszenz. Auf der ersten Umschlagseite des Bandes finden sich Bleistifteinträge, wann ich ihn gelesen habe: Dez. 87-Jan. 88 und März 2001. Das erste Mal… weiterlesen

Zeitgeschehen

„Der ist nicht fremd, wer teilzunehmen weiß“

von Stephanie Waldow

Gerade die ausdifferenzierte und transnationale Gesellschaft scheint das Ritual als Möglichkeit eines kollektiven wie individuellen Sinnstiftungsprozesses wieder zu entdecken. Dabei sind Rituale offenbar ein wichtiges Element des Zusammenlebens und zeichnen sich durch immer wiederkehrende Abläufe aus. Es gibt sie in allen Kulturen; sie sind oft identitätsstiftend und tragen so zur Stabilisierung einer Gesellschaft oder Gruppe bei. Folgt man dem Ethnologen und Soziologen Emile Durkheim, sind sie aus dem menschlichen Grundbedürfnis nach Gemeinschaft entstanden. Meist haben sie symbolischen Gehalt, stärken Identität und Selbstbewusstsein, geben Sicherheit und können bei der Bewältigung von Krisen helfen.

Wenn nun das Ritual eine Form von Zugehörigkeit ausdrückt, wie verhält es sich dann mit dem Ritual in transkulturellen Gesellschaften, wie wirkt sich die Begegnung zwischen Fremd und Eigen auf die Praxis des Rituals aus? Entstehen neue Ausprägungen der Rituale, werden diese vor dem Hintergrund des Fremden reflektiert oder neu geformt? Und liegt diese Reflexion nicht sogar in der Verantwortung jedes Einzelnen, der ein Ritual ausübt? Denn ohne diese Reflexion besteht die Gefahr von starrer Regelhaftigkeit und normativer Gewalt. Eine Kehrseite des Rituals, die immer mitgedacht werden muss, denn anhand von Ritualen können sich nicht selten auch Machtdemonstrationen, Unterdrückung und Ausgrenzung artikulieren. So gesehen hat das Ritual auch eine große politische Bedeutsamkeit; die Teilhabe an bestimmten Ritualen entscheidet darüber, wer zu einer Gesellschaft oder kulturellen Gemeinschaft dazugehört und wer nicht.

Ein wichtiges Element des Rituals ist darüber hinaus seine Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit und nicht zuletzt seine Ästhetik. Rituale sind Inszenierungen, Performances, brauchen Akteure, oft auch das Publikum. Sie folgen einer bestimmten Choreographie, an der sich Personen direkt oder als Zuschauer*innen beteiligen, so gesehen sind sie kulturelle Aufführungen. Eine zentrale Rolle spielt häufig die sprachliche Ausgestaltung dieser Aufführungspraktiken, denn sprachliche Äußerungen haben im Kontext von Ritualen häufig einen performativen Charakter. Inwiefern können aber auch Texte die Funktion von Ritualspeichern übernehmen und welchen Anteil haben sie dann an den Erinnerungskulturen und schließlich, kann vielleicht auch der Akt des Schreibens als eine Form des Rituals verstanden werden und somit als eine Form des ‚eingreifenden Denkens‘? Wo sind die Grenzen zwischen Kult und Ritual zu ziehen und vor allem welche Rolle spielen die Künste, die Literatur und das Theater bei der Inszenierung, Reflexion und Speicherung von Ritualen?

Interview

 


Zu Ihrem Repertoire gehören Prosa, Lyrik, aber auch Hörspiele. Ihre Werke überschreiten dabei häufig Gattungsgrenzen… weiterlesen

Literatur

 
Die Freundinnen trafen sich bei der Parkbank. Zweige wuchsen an den dünnen Beinen empor und der weiße Lack… weiterlesen

Rezension

 
Ann Cottens „Der schaudernde Fächer“ sei eine Zumutung, schreibt Ijoma Mangold in der ZEIT. Schwer verständlich, fast unlesbar, die Lektüre sei kein Spaß. Mangold hat recht, der Band ist eine Zumutung, aber eine, die grandios gelungen ist… weiterlesen

Literatur

 
Ein dunkelgrauer Audi fährt schnell die Autobahnauffahrt nach Würzburg hoch. Am Steuer beendet der Fahrer gerade das fünfte unzufriedene Kundengespräch an diesem Morgen… weiterlesen