Magazin für Literatur, Kunst und Wissenschaft

schauinsblau

© Michael Jordan

Interview - Literatur

Ein Gespräch mit dem Autor Rainer Merkel

Im Rahmen der zweiten Augsburger Gespräche zu Literatur und Engagement las Rainer Merkel aus seinem 2018 veröffentlichten Roman Stadt ohne Gott. In diesem treffen drei Figuren aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichsten Hintergründen und Hoffnungen in Beirut – der Stadt der Extreme – aufeinander… weiterlesen

© Foto: Gaby Gerster

Essay - Veröffentlichung

von Paula Fünfeck

Wenn Du wissen willst, mit wem du es zu tun hast, schau dir die Verwandten an… Schau’n wir also mal.
Das Ritual, unsere Hauptfigur, hat eine kleine Schwester, die mich interessiert: Das Fräulein Routine… weiterlesen

© Henschel Schauspiel

Essay - Veröffentlichung

© Charlotte Krusche

von Joshua Groß

Zwischen tiefenzeitlichem Ambiente und Terraforming könnte es künstliche Landschaften geben, die Ausgänge aus den entzündeten Aporien der Gegenwart ermöglichen. Joshua Groß denkt darüber nach, ausgehend von A Japanese Horror Film von Chester Watson, Reise zum Mount Tamalpais von Etel Adnan und Altiplano von Malena Szlam.

 

2018, als es mir schlecht ging (aus Gründen, die gerade nicht wichtig sind), veröffentlichte…  weiterlesen

 

Außerhalb von Kausalitäten sein, vermutlich ist es nur eine Sehnsucht. Ich habe… weiterlesen

 

Sobald ich Altiplano entdeckte, war ich alarmiert und erschüttert. Die chilenische Experimentalfilmerin Malena Szlam hat dieses Kunstwerk zwischen 2016 und 2018 auf dem südlichen Altiplano-Plateau in Chile und Argentinien gedreht und produziert, 3600 Meter über dem Meeresspiegel. Als ich den Film zum ersten Mal sah, erging es mir ungefähr wie Etel Adnan… weiterlesen

 

Kritik - Literatur

„Entkommen“ – Der neue Roman von Joshua Groß

Joshua Groß will entkommen, entkommen aus einer „klaustrophobische[n] Gegenwart“. In mehreren episodenhaften Erzählungen, die lose miteinander verbunden sind, unternimmt Joshua Groß den Versuch eines Ausbruchs… weiterlesen

© Verlag Matthes & Seitz Berlin

Essay - Gesellschaft

Leo Blumenschein zur Situation der Geisteswissenschaften innerhalb der Bayerischen Hochschulgesetzesreform

Als sich die bundesdeutschen Feuilletons 2018 mit dem 50- jährigen Jubiläum der 68er-Generation befassten, wurde der studentische Widerstand endgültig in die Sphäre einer vergangenen Geschichtlichkeit gerückt: Ihre Wirkkraft ist maximal Strahlkraft, in dem Sinne, dass sich ihre Wirkung aus der Unmittelbarkeit zurückgezogen hat. Zugegeben, 2020 war kein gutes Jahr… weiterlesen

Kritik - Musik

Blaue Stunde – Das neue Album von Gentleman

Gentleman gibt es jetzt auch auf Deutsch. Nach sechs Studio- und zwei Livealben, zahlreichen Kollaborationen und dem ersten MTV Unplugged eines Reggae-Künstlers (2014), hört man den Kölsche Jung zum ersten Mal eigene Lieder in seiner Muttersprache singen. Gentleman kann dabei auf beachtliche internationale Erfolge… weiterlesen

© Urban (Universal Music)

© Maurizio Gambarini

Interview - Literatur

Christiane Neudecker über die Wechselwirksamkeit von Schreibhaltung und Ritual 

Die dritten Augsburger Gespräche zu Literatur und Engagement mussten – passend zum Thema „Rituale“ – im Vergleich zu den Vorjahren völlig neu konzeptioniert und vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie im digitalen Raum realisiert werden. Ob Rituale nun etwa als verstaubte Überreste anderer Kulturen und… weiterlesen

Literatur - Veröffentlichung

von Johannes Kormann

Angebraust der freie Geist –

durch die Ecken und die Gassen;

durch die Menschen und die Massen – 

massenhaft und meisterhaft… weiterlesen

© Johannes Kormann

Podcast

mit dem Schriftsteller Thomas Lehr 

© Kiepenheuer & Witsch

Kritik - Literatur

Christian Kracht und Marcel Proust – beide sind sie das, was Sören Kierkegaard wohl als ästhetischen Menschen beschreiben würde. Und, beide sind sie auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Ob man sie literarisch einholen kann? Bis heute nicht… weiterlesen

Literatur - Veröffentlichung

von Melanie Roubal

Oh! Wie sie tanzen, die Mücken, um der Sonne Raum.

Tausend geflügelte Gesellen, so klein, doch groß… weiterlesen

© Marlène Goumy

© Stephanie Siegl

Literatur - Veröffentlichung

von Johannes Kormann

Das sterbende Fleisch erbricht sich,

stranguliert würgt es Liter um…  weiterlesen

Literatur - Veröffentlichung

Lyrik von Nicole Eidinger

ich hab mich gefunden

und zwar dort… weiterlesen

© Nicole Eidinger

Essay - Wissenschaft

Johannes Queck über Ritual und Diskurs im Kontext von Literatur und Engagement

Der Begriff des Rituals hat einen rückständigen Beigeschmack. Gemeinhin werden damit heute eher ethnologische Studien zu traditionalen Gesellschaften in Verbindung gebracht als das Leben des modernen Menschen… weiterlesen

Literatur - Veröffentlichung

von Jasmin Wieland

Monkey see, monkey do (I don’t know why)

Rather be dead than cool (I don’t know why)

Every line ends in rhyme (I don’t know why)

Less is more, love is blind… weiterlesen

© JKP/WM Germany

Kritik - Musik

ADRENOCHROM  – das neue Album der Antilopen Gang

Der pandemiegeplagte Sommer voller geplatzter Konzerte und ausgefallener Festivals bereitete Künstler*innen der Musikszene unvergleichliche Schwierigkeiten. Doch anstatt sich passiv dem Selbstmitleid hinzugeben, erreichte die Düsseldorfer Hip-Hop-Band Antilopen Gang mit ihrem zweiten 2020er Album namens Adrenochrom den Gipfel… weiterlesen

Kritik - Film

Sacha Baron Cohens Borat Subsequent Moviefilm

An der Figur des Borat scheiden sich die Geister. 15 Jahre sind vergangen seit der erste Teil seine Zuschauer*innen mit seiner satirischen Bissigkeit geschockt… weiterlesen

© Amazon Original

Zeitgeschehen

„Der ist nicht fremd, wer teilzunehmen weiß“

von Stephanie Waldow

Gerade die ausdifferenzierte und transnationale Gesellschaft scheint das Ritual als Möglichkeit eines kollektiven wie individuellen Sinnstiftungsprozesses wieder zu entdecken. Dabei sind Rituale offenbar ein wichtiges Element des Zusammenlebens und zeichnen sich durch immer wiederkehrende Abläufe aus. Es gibt sie in allen Kulturen; sie sind oft identitätsstiftend und tragen so zur Stabilisierung einer Gesellschaft oder Gruppe bei. Folgt man dem Ethnologen und Soziologen Emile Durkheim, sind sie aus dem menschlichen Grundbedürfnis nach Gemeinschaft entstanden. Meist haben sie symbolischen Gehalt, stärken Identität und Selbstbewusstsein, geben Sicherheit und können bei der Bewältigung von Krisen helfen.

Wenn nun das Ritual eine Form von Zugehörigkeit ausdrückt, wie verhält es sich dann mit dem Ritual in transkulturellen Gesellschaften, wie wirkt sich die Begegnung zwischen Fremd und Eigen auf die Praxis des Rituals aus? Entstehen neue Ausprägungen der Rituale, werden diese vor dem Hintergrund des Fremden reflektiert oder neu geformt? Und liegt diese Reflexion nicht sogar in der Verantwortung jedes Einzelnen, der ein Ritual ausübt? Denn ohne diese Reflexion besteht die Gefahr von starrer Regelhaftigkeit und normativer Gewalt. Eine Kehrseite des Rituals, die immer mitgedacht werden muss, denn anhand von Ritualen können sich nicht selten auch Machtdemonstrationen, Unterdrückung und Ausgrenzung artikulieren. So gesehen hat das Ritual auch eine große politische Bedeutsamkeit; die Teilhabe an bestimmten Ritualen entscheidet darüber, wer zu einer Gesellschaft oder kulturellen Gemeinschaft dazugehört und wer nicht.

Ein wichtiges Element des Rituals ist darüber hinaus seine Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit und nicht zuletzt seine Ästhetik. Rituale sind Inszenierungen, Performances, brauchen Akteure, oft auch das Publikum. Sie folgen einer bestimmten Choreographie, an der sich Personen direkt oder als Zuschauer*innen beteiligen, so gesehen sind sie kulturelle Aufführungen. Eine zentrale Rolle spielt häufig die sprachliche Ausgestaltung dieser Aufführungspraktiken, denn sprachliche Äußerungen haben im Kontext von Ritualen häufig einen performativen Charakter. Inwiefern können aber auch Texte die Funktion von Ritualspeichern übernehmen und welchen Anteil haben sie dann an den Erinnerungskulturen und schließlich, kann vielleicht auch der Akt des Schreibens als eine Form des Rituals verstanden werden und somit als eine Form des ‚eingreifenden Denkens‘? Wo sind die Grenzen zwischen Kult und Ritual zu ziehen und vor allem welche Rolle spielen die Künste, die Literatur und das Theater bei der Inszenierung, Reflexion und Speicherung von Ritualen?

Interview - Literatur

 
 
 
Zu Ihrem Repertoire gehören Prosa, Lyrik, aber auch Hörspiele. Ihre Werke überschreiten dabei häufig Gattungsgrenzen… weiterlesen

Interview - Theater

 
Rimini Protokoll” nennt sich das Berliner Label, das Stefan Kaegi zusammen mit Helgard Haug und Daniel Wetzel im Jahr 2000 gegründet hat. Ziel des Regietrios…

weiterlesen

Interview - Film

 
Susanne Heinrichs Filmdebüt Das melancholische Mädchen wurde im Feuilleton fast durchweg wohlwollend besprochen… weiterlesen

Interview - Wissenschaft

 
schauinsblau hat Harald zu einem Interview in der Sternwarte in München getroffen, um über Moral und Ethik, Metaphern und Wahrheitsanspruch in der Astrophysik zu sprechen… weiterlesen

Interview - Theater

 
Thomas Köck wird mit seinen mehrfach ausgezeichneten Theatertexten als politischer Autor diskutiert und dabei zugleich für seinen virtuos-poetischen Sprachgebrauch… weiterlesen

Interview - Literatur

 

Feridun Zaimoglu über Fremdheitserfahrungen und das Sezieren von Sprachkörpern… weiterlesen