„Natürlich bleiben sie für immer zusammen, es sind Nick und Charlie“

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Von Hannah Zopf

Boy trifft Boy. So begann die Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen den Jun­gen Nick und Char­lie, wel­che mit dem sechs­ten Heart­stop­per-Band und des­sen Adap­ti­on Heart­stop­per: Fore­ver endet. Doch wie been­det man eine zehn Jah­re alte Buch­rei­he und wird es viel­leicht doch weitergehen?

Buch­ad­ap­tio­nen las­sen ger­ne auf sich war­ten. Belieb­te Buch­erschei­nun­gen wie Ali Hazel­woods Love Hypo­the­sis oder der neue Band der Hun­ger Games-Buch­rei­he von Suzan­ne Coll­ins bekom­men nach der üblich lan­gen War­te­zeit ihre fil­mi­schen Pen­dants auf Strea­ming Platt­for­men und im Kino. Am 02.07.2026 erscheint nun der sechs­te und letz­te Band der bekann­ten Gra­phic Novel-Rei­he Heart­stop­per von Ali­ce Ose­man und direkt am 17.07.2026 wird des­sen fil­mi­sche Adap­ti­on auf Net­flix zu sehen sein. Somit endet mit dem Juli end­gül­tig die Geschich­te von Nick und Char­lie, deren Sto­ry seit 2016 als Web­co­mic, und seit 2022 auf Net­flix, erzählt wird. Dabei ist ihr Ende schon mit dem Roman Nick & Char­lie eigent­lich erzählt worden.

Das Ose­man-ver­se: Chro­no­lo­gie der Wer­ke in der Heart­stop­per-Welt, sowie des­sen fil­mi­sche Adaption

Die Haupt­cha­rak­te­re sowie ein­zel­ne Neben­fi­gu­ren von Heart­stop­per sind kei­ne Unbe­kann­ten, wenn man sich schon früh mit den Büchern Osem­ans befasst hat. Mit ihrem Debüt­ro­man Soli­taire (2014) wird der Beginn die­ser Welt eta­bliert, der ers­te Ein­bli­cke durch Char­lies Schwes­ter Tori gewährt. 2015 erschien dann der Roman Nick & Char­lie, der chro­no­lo­gisch das Ende der Rei­he von Heart­stop­per erzählt. Par­al­lel zu Osem­ans ande­ren Wer­ken wur­de die Geschich­te des Ken­nen­ler­nens und des All­tags von Nick und Char­lie in dem Web­co­mic Heart­stop­per auf­ge­grif­fen, bis dann 2018 die­se schließ­lich auch als Gra­phic Novel her­aus­ge­bracht wur­de. Die ers­ten fünf Bän­de der Rei­he, inklu­si­ve dem Weih­nachts­ro­man This Win­ter, umfas­sen zwei Jah­re, wobei mit Nick & Char­lie ein zeit­li­cher Sprung voll­zo­gen wird, der nun mög­li­cher­wei­se mit dem letz­ten Heart­stop­per Band gefüllt wird.

Mit der Net­flix Adap­ti­on wur­de die­ses Uni­ver­sum rund um Nick und Char­lie noch­mal deut­lich erwei­tert. Ins­ge­samt drei Staf­feln erzäh­len nicht mehr nur die Hand­lung der ers­ten fünf Bän­de, son­dern eröff­nen mit­hil­fe von klei­ne­ren Neben­cha­rak­te­ren aus den Gra­phic Novels wei­te­re Hand­lungs­ver­läu­fe, die in dem Abschluss­ro­man von 2015 gerin­ge bis gar kei­ne Erwäh­nung fin­den. Nun wur­de die­ser mit dem sechs­ten Heart­stop­per Band für einen abschlie­ßen­den Film auf Net­flix ver­filmt, der noch die­sen Monat am 17. Juli 2026 erschei­nen wird. Die letz­te Gra­phic Novel von Heart­stop­per mar­kiert also noch nicht ganz das Ende einer Ära und man kann sich auch nach dem Lesen auf ein letz­tes Pro­jekt freuen.

Kapi­tel 8 Fore­ver: Eine Uto­pie, oder ein­fach nur hoffnungsvoll?

Liest man die Bespre­chun­gen zu den vor­aus­ge­hen­den Heart­stop­per-Bän­den, fällt vor allem ins Auge, dass der schein­bar uto­pi­sche Cha­rak­ter der Geschich­te häu­fig eine Angriffs­flä­che bie­tet. Dabei ist es inmit­ten der Tra­gö­di­en auf dem Pri­de Tisch gera­de­zu eine Erleich­te­rung Lite­ra­tur zu fin­den, in der que­e­re Roman­zen nicht wie üblich schmerz­haft enden, wie zum Bei­spiel in belieb­ten Titeln wie Song of Achil­les von Made­line Mil­ler oder Last Night at the Tele­graph Club von Malin­da Lo. Außer­dem behan­delt Heart­stop­per eine Rei­he sen­si­bler The­men, wie Ess­stö­run­gen, Mob­bing und men­ta­le Gesund­heit. Auch wenn im sechs­ten Band Nick und Char­lie einen Weg aus der Kri­se fin­den, so wird den­noch deut­lich, dass sich die vor­han­de­nen Pro­ble­me nicht auf­lö­sen. Der letz­te Band erzählt etwa vom abschlie­ßen­den gemein­sa­men Schul­jahr von Nick, Char­lie und deren Freun­des­grup­pe. Nick berei­tet gera­de sei­nen Umzug vor und bewirbt sich an der Uni, wäh­rend Char­lie sich als Schü­ler­spre­cher für einen siche­ren Ort für que­e­re Schüler:innen ein­set­zen möch­te. Er hilft nicht nur einem jün­ge­ren Schü­ler aus einer Mob­bing-Situa­ti­on, son­dern arbei­tet in dem Zusam­men­hang auch sei­ne eige­ne Mob­bing-Geschich­te auf­grund sei­ner Sexua­li­tät auf.

Ins­ge­samt erzählt der letz­te Band von Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung und Neu­auf­bruch glei­cher­ma­ßen. Char­lie ist mit­hil­fe von The­ra­pie und fami­liä­rer Unter­stüt­zung über das Schlimms­te hin­weg und auch Nick lernt außer­halb des Duos ‚Nick und Char­lie‘
 zu exis­tie­ren. Inner­halb der Freun­des­grup­pe gehen Bezie­hun­gen immer wie­der aus­ein­an­der, wes­halb es nur eine Fra­ge der Zeit zu sein scheint, wann auch Nick und Char­lie end­lich aus ihrer „Teen­ager Bezie­hung“ hin­aus­wach­sen. Außer­dem ist es nun an Nick, sich sei­nem jün­ge­ren Ich zu stel­len, wel­ches durch den abwe­sen­den Vater und dem ent­frem­de­ten Bru­der immer noch dar­an glaubt, nur genug leis­ten zu müs­sen, um Bezie­hun­gen auf­recht­zu­er­hal­ten. Die­se Kon­flik­te wer­den nie end­gül­tig gelöst. Char­lie erlei­det immer noch Rück­schlä­ge und geht in The­ra­pie-Sit­zun­gen, Nicks erneu­te Kon­takt­auf­nah­me zu sei­nem Vater bleibt aus und die schu­li­sche Unter­stüt­zung für einen siche­ren Ort für que­e­re Schüler:innen wird abge­lehnt. Es wird viel­mehr auf den Zusam­men­halt von quee­ren Figu­ren und Allies inner­halb der Rei­he gesetzt, die sich trotz Ver­bot für einen Pri­de Club an der Schu­le zusam­men­tun. Zuletzt schei­nen die Bezie­hun­gen von Nick, Char­lie und Co. unter der dro­hen­den Distanz durch den Schul­ab­schluss und Uni­be­ginn zu zer­bre­chen. Somit bleibt das Ende offen, wenn auch die Hoff­nung besteht, dass die Com­mu­ni­ty einen Weg für sich findet.

The exact rela­ti­onships may chan­ge, and peo­p­le may fall in and out of touch, I don’t know. Our lives will take dif­fe­rent paths. But the web of love that con­nects us will never break. We built it. And it built us.

Von Hand gemacht: Die (zeich­ne­ri­sche) Ent­wick­lung der Gra­phic Novel Heart­stop­per und des­sen Anschluss an den Roman Nick & Charlie

Nicht nur die Hand­lung zeigt, dass die Cha­rak­te­re erwach­se­ner gewor­den sind, son­dern auch ihre zeich­ne­ri­sche Dar­stel­lung. Der Stil ist immer noch der­sel­be, der mit den typi­schen Heart­stop­per-Blät­tern arbei­tet, die die Über­gän­ge der Hand­lung ein­läu­ten oder emo­tio­na­le Momen­te umran­den. Über­haupt wer­den oft klei­ne Sym­bo­le über eine gesam­te Sei­te plat­ziert, um des­sen Atmo­sphä­re abzu­bil­den, bei­spiels­wei­se bei einem Weih­nachts­kon­zert, bei der die gesam­te Sei­te mit Musik­no­ten aus­ge­schmückt ist. Die Schrift selbst spielt dabei auch eine beson­de­re Rol­le, da im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Gra­phic Novels der Text voll­stän­dig hand­ge­schrie­ben ist. Beson­ders in Zei­ten von KI wird dadurch das Hand­ge­mach­te in den Fokus gerückt. Außer­dem wird dadurch die Schrift Teil der Zeich­nun­gen und dient nicht aus­schließ­lich der Ver­mitt­lung von Dia­lo­gen und Geschehenem.

Ähn­lich wie im Comic wird die Schrift genutzt, um dia­log­ar­me Situa­tio­nen aus­zu­ma­len oder „hör­bar“ zu machen. Zum Bei­spiel bei einem Rug­by­spiel von Nick wird die­ses laut­ma­le­risch mit dem ange­streng­ten „huff“ und der schril­len Tril­ler­pfei­fe „peep“ erleb­bar gemacht. Zusätz­lich dient dabei die Schrift nicht nur dazu, um mit Wor­ten die Geräu­sche nach­zu­ah­men, son­dern auch um kör­per­li­che Zustän­de der Figu­ren wider­zu­spie­geln. Dies wird vor allem in der Sze­ne deut­lich, in der Nick bei dem Weih­nachts­kon­zert betrun­ken ist und sei­ne Sprech­bla­sen und Panels aus sei­ner Per­spek­ti­ve wel­lig, unre­gel­mä­ßig und mit klei­nen Bläs­chen aus­ge­schmückt sind. Als er sich dann schluss­end­lich hin­ter ver­schlos­se­ner Tür über­ge­ben muss, wird die gesam­te Sprech­bla­se unles­bar und die Schrift ver­liert sich in Schnör­keln. Ins­ge­samt wirkt das Zusam­men­spiel von Schrift und Bild orga­nisch, da sie zusam­men die Geschich­te dyna­mi­scher gestalten.

Des Wei­te­ren wird die Geschich­te nicht aus­schließ­lich mit­hil­fe von Panels und aktiv agie­ren­den Figu­ren erzählt. Als Zusatz wer­den auch bekann­te Medi­en wie Insta­gram oder Chat­ver­läu­fe genutzt, um Gesche­he­nes nach­zu­er­zäh­len. Zeich­ne­risch nach­ge­ahm­te Insta­gram Posts der ein­zel­nen Figu­ren zei­gen Moment­auf­nah­men von Aus­flü­gen und pri­va­ten Tref­fen. Inhalt­lich wird dies mit Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum und Kom­men­ta­ren unter den Posts authen­ti­fi­ziert, die von den Freund:innen ver­fasst wur­den. Dadurch scheint man den Figu­ren noch näher zu sein, da man nicht nur sie als Handlungsträger:innen wahr­nimmt, son­dern auch Ein­bli­cke in All­täg­li­ches, wie Social Media bekommt. Es wer­den so Momen­te im Gra­phic Novel erzählt, die zeit­lich nicht in die Hand­lung gepasst hät­ten, aber doch die Welt von Heart­stop­per erwei­tern. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den Figu­ren fin­det in man­chen Sze­nen aus­schließ­lich online statt. So liest man den Chat­ver­lauf von Char­lie und Nick, wäh­rend bei­de abends jeweils zuhau­se in ihren Zim­mern sit­zen. Die­se Erzähl­stra­te­gie zeigt deut­lich den Kon­trast zwi­schen Geschrie­be­nem und Gezeich­ne­tem. Die gesen­de­ten Nach­rich­ten stel­len eine Kon­ver­sa­ti­on dar, in der man nur kurz mit­teilt, wie der Tag war, mit der Beto­nung, dass man zu müde ist, um sich noch zu tref­fen. Das Bild von Char­lie zeigt statt­des­sen, wie er kom­plett ange­zo­gen auf dem Boden sitzt, als hät­te er sich schon auf den Weg zu Nick machen wol­len. Folg­lich ist das Zusam­men­spiel von Schrift und Bild ein erwei­tern­des Ele­ment, um die Gefühls­welt auf meh­re­ren Ebe­nen mitzuerleben.

Die Gra­phic Novel endet mit einem Rück­be­zug zu dem Beginn der Bezie­hung von Nick und Char­lie, näm­lich mit der­sel­ben Sze­ne aus dem ers­ten Band der Rei­he als sie sich das ers­te Mal geküsst haben. Durch die Illus­tra­tio­nen wird eine Ver­bin­dung zu der letz­ten Sze­ne im ers­ten Band her­ge­stellt. Mit die­sem Ende wird die Geschich­te in dem Roman Nick & Char­lie fort­ge­setzt. In die­sem wer­den Zwei­fel über die bevor­ste­hen­de Fern­be­zie­hung von Nick und Char­lie geäu­ßert, wes­halb der Roman sehr red­un­dant wirkt, da auch die Tren­nung eines Paa­res in der Freun­des­grup­pe für Unsi­cher­heit sorgt. Zwar tren­nen sich Nick und Char­lie, doch am Ende fin­den sie wie­der zusam­men. In der Gra­phic Novel wird die­se Epi­so­de mit einem Epi­log fort­ge­setzt, der zeigt, wie es den ein­zel­nen Figu­ren nach dem Abschluss des Romans Nick & Char­lie ergeht. Dar­in sind Nick und Char­lie immer noch ein Paar und besu­chen sich regel­mä­ßig. Somit zeigt Heart­stop­per zum Schluss, dass die Bezie­hung trotz der Distanz bestehen bleibt. Nicht umsonst lau­tet das fina­le Kapi­tel der Rei­he „Fore­ver“.

Jen­seits „Fore­ver“: Die Adap­ti­on von Heart­stop­per und Fazit über den Abschluss der Reihe

Eine Unend­lich­keit in 114 Minu­ten. Der Film Heart­stop­per: Fore­ver erschien am 17.07.2026 auf Net­flix und hin­ter­lässt beim Zuschau­en gemisch­te Gefüh­le. Inhalt­lich ist die ers­te Hälf­te des Fil­mes eine nahe­zu iden­ti­sche Adap­ti­on der Gra­phic Novel. Ab der zwei­ten Hälf­te beginnt sich die Hand­lung mit dem Roman Nick & Char­lie zu ver­mi­schen. Eini­ge der weni­gen Sze­nen, die adap­tiert wur­den ist die Par­ty auf der sich Nick und Char­lie tren­nen. Die in die­ser Sze­ne auf­tau­chen­de Ein­weg­ka­me­ra wird im Ver­lauf des Films von Nick benutzt, um Fotos zu machen und um Erin­ne­run­gen zu sam­meln, bevor er für das Stu­di­um weg­zie­hen muss. Obwohl also mehr Raum für die Gra­phic Novel wäre, wur­den Sze­nen ver­än­dert oder stark gekürzt, bei­spiels­wei­se die feh­len­de Erwäh­nung, dass Nicks Schlä­ge­rei beim Rug­by­spiel erst durch einen homo­pho­ben Kom­men­tar eska­liert ist. Im Film sieht es statt­des­sen so aus, als wür­de Nick grund­los sei­ne Aggres­sio­nen bei sei­nen Geg­nern aus­las­sen. Dadurch redu­ziert der Film Heart­stop­per zu einem von vie­len Tee­nie Dra­men, in wel­cher die Figu­ren ihre Pro­ble­me nicht kom­mu­ni­zie­ren, son­dern die­se unter­drü­cken oder durch Gewalt ver­ar­bei­ten. Des­we­gen stellt sich die Fra­ge, ob es der Geschich­te nicht bes­ser getan hät­te, wenn die­se, wie ihre Vor­gän­ger, als Serie mit acht Epi­so­den pro­du­ziert wor­den wäre. Auch die Adap­ti­on der Neben­fi­gu­ren rund um Nick und Char­lie lässt Zwei­fel zurück. Wäh­rend in den Staf­feln zuvor die Geschich­ten von Tao und Elle, Tara und Dar­cy, sowie Iss­ac und Imo­gen detail­liert erzählt wur­den, exis­tie­ren im Film nahe­zu kei­ne Sze­nen, die ohne Nick und/oder Char­lie funk­tio­nie­ren. Imo­gen etwa, deren Fin­dungs­pha­se man in den letz­ten drei Staf­feln aus­führ­lich beob­ach­ten konn­te, wird im Film mit einem schein­bar neben­säch­li­chen Coming Out gegen­über Nick been­det. Auch Tao und Elle wer­den nur am Ran­de behan­delt und ihre Tren­nung wird aus­schließ­lich erzäh­le­risch durch ande­re Figu­ren ver­mit­telt, statt sie als eigen­stän­di­ge Sze­ne zu zei­gen. Nur der detail­ge­treue Abspann, wie in der Gra­phic Novel, zeigt die Wei­ter­ent­wick­lung der ein­zel­nen Figu­ren. Dafür gibt es eine neue Sze­ne, die vie­les wett­macht. Als Char­lie nach der Tren­nung von Nick zuhau­se wie­der Essen ver­wei­gert, kom­men sei­ne Freun­de Elle, Tao und Isaac zum Über­nach­ten, um ihm Bei­stand zu leis­ten. Somit sieht man ein letz­tes Mal die ursprüng­li­che Freun­des­grup­pe, die man in der ers­ten Staf­fel ken­nen­ler­nen durfte.

So ist der Film wie sei­ne Vor­la­ge von einem Abschied an ver­gan­ge­ne Zei­ten geprägt. Schon der Vor­spann des Fil­mes beginnt mit Fotos vom Cast der letz­ten Staf­feln, wodurch einem wie­der bewusst wird, dass nicht nur das Publi­kum, son­dern auch der Cast mit die­ser Serie erwach­sen gewor­den ist. Zusätz­lich wer­den auch Rück­blen­den von Sze­nen aus den vor­he­ri­gen Staf­feln inhalt­lich mit neu­em Mate­ri­al ver­knüpft, bei­spiels­wei­se der Schnitt von Nick und Char­lie im Schnee zu der Schnee­ball­schlacht in der ers­ten Staf­fel. Den ein­zel­nen Sze­nen wer­den wie in den Pro­duk­tio­nen zuvor Illus­tra­tio­nen der Autorin zur Sei­te gestellt, indem am Strand hand­ge­zeich­ne­te Möwen vor­bei­flie­gen oder bun­te Fun­ken sprü­hen, wenn sich Nicks und Char­lies Hän­de berüh­ren. Der Film endet genau­so wie die Gra­phic Novel, näm­lich mit der letz­ten Illus­tra­ti­on von Nick und Char­lies ers­tem Kuss am Ende des Abspan­nes. Wer genau hin­schaut, wird auch das Cameo von Ali­ce Ose­man in einer Sze­ne des Fil­mes ent­de­cken kön­nen. Ins­ge­samt ist der Film weni­ger eine Aus­ar­bei­tung der lite­ra­ri­schen Vor­la­ge, son­dern eine Hom­mage an Heart­stop­per als Gra­phic Novel und Serie. Doch obwohl der Film die­se so getreu abbil­det, bleibt die Fra­ge offen, ob eine Serie nicht mehr aus dem Mate­ri­al gemacht hätte. 

Trotz die­ses gro­ßen Net­flix Pro­jekts ist davon aus­zu­ge­hen, dass mit die­sem Kapi­tel die Rei­he end­gül­tig abge­schlos­sen ist. Ali­ce Ose­man bestä­tigt im Nach­wort der Gra­phic Novel, dass mit die­sem Band die Geschich­te zu Ende erzählt ist. Die­ses defi­ni­ti­ve Ende hat aber auch etwas Gutes. Denn so ist ent­ge­gen vie­ler erfolg­rei­cher Seri­en, die auf­grund ihrer Beliebt­heit immer wei­ter­ge­führt wer­den, Heart­stop­per als Gra­phic Novel Rei­he und abschlie­ßen­dem Film ein wür­di­ges Ende ver­gönnt. Der letz­te Band der Gra­phic Novel Rei­he ist ein durch­weg gelun­ge­ner Schluss von Heart­stop­per. Wenn Nick und Char­lie wort­wört­lich aus dem Panel her­aus­ge­hen und somit auch aus dem Blick­feld des Lesen­den ver­schwin­den, bleibt immer noch die Hoff­nung, dass nach Heart­stop­per Nick und Char­lie wei­ter zusam­men blei­ben. Somit ist zwar die Geschich­te von Heart­stop­per end­gül­tig vor­bei, aber die Fan Com­mu­ni­ty wird wie die Figu­ren für immer bestehen, „becau­se we look after each other, don’t we?“