Bild: Étienne-Lous Boulleé: Cénotaphe de Newton, 1784.
Von Amelie Zsidakovits
Wenn die Strahlen das Wasser küssen
Zieht es seine Kreise in dreieckigen Runden
über die spiegelraue Oberfläche des gleißenden Sees
im Morgengrau’n der sinkenden Abendsonne.
Während es sich immer weiter fortbewegt
Verharrt das Weltenall in blitzschnellem
Stillstand der Unbeweglichkeit
Über dem wildbewegten Ausharren der Zeit.
Die Sonne erhebt sich zum Vollmond
Und leuchtet mit weißem Sternenschweif
Dem Wolf, der dem Spiegelbild des Mondes
Auf wankendem Wasser seine Stimme gibt.
Das Tier heult rückwärts zum Verblassen des Gestirns
Und während die Sonne sich dem Morgen beugt
Und auftut ihr fließendes Gewand aus rotem Gold,
strecken sich die Strahlen erneut Richtung des kühlen Nass.
Und so beginnt von Neuem, was stetig zirkuliert:
Ein Auf‑, ein Untergang der Zeiten,
der sich am Himmelszelt gebiert.
