Vom Kult zur Populärkultur und umgekehrt? Das Phänomen Harry Potter

Vom Kult zur Populärkultur und umgekehrt? Das Phänomen Harry Potter
Der 13. Juli 2011 war ein einschneidendes Datum in der Geschichte des Harry Potter-Universums. Trotz der Aussage von Autorin J. K. Rowling, dass es keine weiteren Abenteuer aus der Zaubererwelt geben werde (vgl. Page 2010), konnte vor diesem Tag noch die Überzeugung herrschen, dass sich der Potter-Zyklus noch nicht geschlossen habe, seine Ära also noch nicht vorüber sei. Mit dem Erscheinen des letzten Harry Potter-Filmes entfällt nun aber das jährliche Warten auf den nächsten Teil der Buch- oder Filmserie. Andererseits könnte aber auch angenommen werden, dass die Pottermania schon seit dem Aufstieg des nächsten großen Jugendbuchphänomens, Stephenie Meyers Twilight-Serie und den darauf basierenden Filmen, im Rückgang begriffen und daher weitgehend aus dem Fokus der Populärkultur verschwunden sei. Im Zusammenhang mit dem Werdegang der Harry Potter-Bücher, ihrer Wandlung durch die verschiedenen Medienwechsel und die generelle Popularität der Serie stellt sich unweigerlich die Frage, inwieweit Harry Potter den Einsatz des oft in diesem Zusammenhang verwendeten Begriffs des Kultes oder des Kultphänomens rechtfertigt. Dabei wird Harry Potter als Text sowie als Produkt, im industriellen Sinne in Form von Merchandise und im geistigen Sinne als Fortführung der Bücher in Form von fanfiction, betrachtet. Die Konzepte Kult und Populärkultur unterscheiden sich primär darin, dass ersteres als eher exklusiv und letzteres als inklusiv in Bezug auf teilnehmende Akteure und Agenten interpretiert werden kann. In der ursprünglich religiösen Wortbedeutung wird Kult als auf einen Ritus oder eine rituelle Handlung bezogen definiert. Durch die Exklusivität ergibt sich auch ein potentiell subversives Element des Kultes, der damit im Gegensatz zu dem eher populären sogenannten ‚Mainstream‘ steht, der ein breiteres Spektrum an möglichen Akteuren abdeckt. Der quasi-religiöse Hintergrund des Kultes basiert dabei oft auf einem Mythos, der sich meist auf die Genese des Kultes bezieht. Dies ist ein Element, das, nebst der sozialen Funktion (vgl. Helmer 2003: 7f.), also der Identitätsstiftung einer Gruppe von innerhalb via Autoimagines und von außerhalb via Heteroimagines, ebenfalls in der populärkulturellen Gruppenbildung enthalten ist, zu der auch das fandom zählt. Als Kultbuch lassen sich folglich „literarische Erzeugnisse, die selbst Objekt eines […] nun säkularisierten Kultes sind [,]“ (Lexe 2001: 4) bezeichnen. Es „handelt sich um eine Textsorte, die nicht [primär] textimmanent definiert werden kann, sondern nur durch eine mit ihr in Zusammenhang zu bringende Spielart eines kultischen Aktes.“ (ebd.) Also trägt ein Zusammenspiel von textinternen und textexternen Faktoren zur Auffassung eines Textes als Kult bei. Doch vor allem produktions- und vermarktungstechnisch wird im herstellenden wie im verbreitenden Buchhandel mit dem Label ‚Kult’ als Marketinginstrument gearbeitet. Auch hier definiert sich der Kult in seiner Abgrenzung zu einem anderen Begriff – dem des Bestsellers. Letzterer zeichnet sich vor allem durch seine hohe Verkaufszahl innerhalb eines zeitlich und räumlich limitierten Rahmens aus (Fischer 1999: 764) und ist daher eher marktwirtschaftlich zu fassen, während dem Kultbuch ein eher subkultureller Kontext zu eigen ist. Will man Harry Potter nun als Kultbuch-Serie betrachten, kann man drei Phasen der Entwicklung nachvollziehen: Die ersten Bücher waren eine wenig beworbene, exklusive Publikation eines Kleinverlages (vgl. Blake 2002: 3, vgl. Bürvenich 2001: 16). Durch die Kommodifikation, also die kommerzielle, auf Profitmaximierung ausgerichtete Vermarktung der folgenden Bücher und ihrer Figuren, fanden sie Eingang in die Populärkultur. Dort wurde Harry Potter in vielerlei Weise zitiert, um jedoch im Sinne eines Bestsellers innerhalb einer limitierten Zeitspanne den Zenit zu erreichen, parallel mit anderen populärkulturellen Phänomenen zu existieren und danach wieder in den Bereich des Kultes mit einem exklusiveren Klientel zurückzufallen. Wie dieser Vorgang stattfindet, welche spezifischen Ausprägungen kultischer, kultstiftender und ritueller Aspekte sowohl in den Romanen als auch in dem als Kultgemeinde zu verstehenden fandom zu erkennen sind, muss im Folgenden eingehender betrachtet werden.

Intratextuelle Kultfaktoren

Beim Kult erfolgt die Ausbildung einer Gruppenidentität durch die Inklusion der Mitglieder, die sich um ein gemeinsames Objekt der Verehrung organisieren und sich so vom Mainstream abgrenzen. Dieses Objekt ist leicht ausgemacht: Der Inhalt der Harry Potter-Bücher. Und genau dort findet sich das literarische Potential zur Bildung einer Gruppenidentität, denn ohne die Bücher gelesen zu haben, ist ein Zugang zu dem sprachlichen Code, der die Texte durchzieht, beinahe unmöglich. Woher sonst sollte der Leser erfahren, was ein Dementor oder ein Thestral ist, oder was es mit dem Apparieren auf sich hat? Ein weiterer inhaltlicher Faktor, der zur Kultbildung beiträgt, ist, dass die Autorin J. K. Rowling in den Büchern universelle beziehungsweise archetypisch zu nennende Themen wie „Liebe, Glück und Unglück, Reichtum und Erfolg“ (Fischer 1999: 768) diskutiert, deren allgemeiner Charakter die Identifikation mit den Hauptfiguren erleichtert und die laut Fischer auch Teil der textinternen Anforderungen an einen massenwirksamen Bestseller sind (vgl. ebd.). Außerdem zeichnet Rowling das Bild einer technikfreien Parallelwelt, in die sich der Leser flüchten kann und die ein Gefühl der Nostalgie erweckt. Die erste Kontaktaufnahme des Lesers mit Harrys Welt findet ironischerweise gar nicht wirklich in Rowlings magischer Parallelwelt statt, sondern in der der Dursleys:
Mr. und Mrs. Dursley im Ligusterweg Nummer 4 waren stolz darauf, ganz und gar normal zu sein, sehr stolz sogar. Niemand wäre auf die Idee gekommen, sie könnten sich in eine merkwürdige oder geheimnisvolle Geschichte verstricken, denn mit solchem Unsinn wollten sie nichts zu tun haben. (Harry Potter I, 5)
Schon zu Beginn wird klar, dass die Welt der Dursleys keine außerordentlich einladende ist, besonders nicht für den kleinen Waisenjungen, der gezwungenermaßen bei ihnen aufwächst: Harry Potter. Ganz anders fällt der erste intensive Kontakt mit der Zaubererwelt bei Harrys Besuch in der Winkelgasse aus. Es gibt so viel zu entdecken für den Zauberer, der bis dato gar nicht wusste, dass er einer war, und mit ihm für die Leserschaft, die durch Harry als Fokalisierungsinstanz ebenfalls die Winkelgasse und später Hogwarts, Hogsmeade und den Rest der magischen Welt erforscht. Durch dieses gemeinsame Erschließen und Aneignen von Wissen hat der Leser das Gefühl, als würde sich ihm diese Welt ebenso eröffnen wie dem Protagonisten. Zusätzlich hat man die Möglichkeit diese Welt sukzessive und mit jedem neu erschienenen Band immer besser kennenzulernen. Dadurch wird es dem Leser ein leichtes, sich in diese spannende neue Welt zu flüchten, die sich „als eine verlockende Option anbietet“ (Petzold 2001: 27), um dem tristen Muggel-Alltag zu entgehen. Außerdem wird mit dieser technikfreien Welt ein nostalgisches Verlangen nach einer überwiegend prä-industriellen ‚guten alten Zeit’ befriedigt (vgl. Bürvenich 2001: 61, 181). Dass die Funktion der modernen Technologien zum großen Teil von der Magie übernommen wird (vgl. Derra 2001: 97f. und Bachl 2001: 57), macht diese nicht weniger attraktiv, sondern bietet dem Leser die Möglichkeit, die eigene Welt im neuen zauberischen Gewand wiederzufinden und sich so leichter mit letzterer zu identifizieren. Es gibt Dampflokomotiven, Federkiele und Pergament, aber auch Bilder mit beweglichem Inhalt, Eulenpost und das Flohnetzwerk. Besonders deutlich wird diese Nostalgie in den Verfilmungen bedient, in denen sich die Zauber-Welt im altmodischen, an den Viktorianismus angelehnten Gewand präsentiert: “[It depicts a world] of Dickensian colour and jollity” (French 2001). Was populärkulturell breite Leserschichten allen Alters – im Gegensatz zu einem kleinen, kultischen oder subkulturellen Rezipientenkreis – in den Harry Potter-Büchern ansprechen dürfte, ist die Tatsache, dass Rowling universelle Themen diskutiert, die jeden beim Aufwachsen oder in seinem Leben betreffen. Ganz grundsätzlich schreibt sie vom Kampf des Guten, repräsentiert durch Harry und seine Freunde und Unterstützer, gegen das Böse, personifiziert in Voldemort, dessen Machtstreben keinerlei Grenzen zu kennen scheint. In der Figur Voldemorts kann man so eine Mahnung sehen, dass exzessives Machtstreben höchst negative und für die ganze Welt (zumindest die Potter-Welt) destruktive Folgen hat. Außerdem werden Fanatismus und Rassismus problematisiert und deren Auswirkungen thematisiert. So werden am Anfang von Band vier, Harry Potter und der Feuerkelch (2000), unschuldige Muggel zur Belustigung der Todesser gefoltert und kaum jemand wagt es einzuschreiten – Ignorieren ist leichter. Insofern besitzen die Bücher als weiteren Kultfaktor auch eine gewisse Tagesaktualität, was den Umgang mit Minoritäten und Andersdenkenden angeht. Die Tagesaktualität als Bestandteil des Kultes geht hierbei mit der Annahme einher, dass der Kult und seine Ausprägungen immer eine Reaktion auf zeitnahe dominante Strömungen in der Kultur darstellen, die entweder subversiv bleiben, oder sich, wie bei Harry Potter, selbst zu einer dominanten Strömung weiterentwickeln. Des Weiteren kommt die Frage nach Tod und Leben, nach Trauer und Rache immer wieder auf. Harry Potter ist ein Waisenkind, da er beide Eltern bei einem Angriff Voldemorts verloren hat. Die Episode mit dem Spiegel Nerhegeb, die zeigt, dass sich Harry nach seiner Familie sehnt, ist auch Ausdruck seiner Trauer: „Er spürte ein mächtiges Stechen in seinem Körper, halb Freude, halb furchtbare Traurigkeit“ (Harry Potter I 228). Es wird im Gespräch mit Dumbledore darauf hingewiesen, dass man sich in solchen Gefühlen verlieren kann, wenn man nicht verantwortungsvoll mit ihnen umgeht. Besonders in den späteren Bänden kommt das Thema Rache immer stärker zum Tragen. Nicht nur Harry hat durch Voldemort die Familie verloren, auch andere Figuren sind von diesem Schicksal betroffen. Es wird aber immer daran erinnert, dass Rache nicht die einzige Motivation sein darf, sondern dass man das Wohl anderer stets mit bedenken sollte. Grundsätzlich erkennt Bachl in den Büchern ein „hohes Programm verantwortlicher Humanität. […] Mutterliebe, Freundschaft, Fairness, Gerechtigkeit, Treue, Bildungswilligkeit, Solidarität, Tapferkeit, Einsatzbereitschaft“ (57) sind Themen, die angesprochen werden und sowohl für junge als auch ältere Leser interessant sind. Somit übernimmt die Buchserie die sinnstiftende Welterklärungsfunktion, die üblicherweise vom Kult und den grand narratives geleistet wird. J. K. Rowling hat in den Harry Potter-Bänden ein komplexes Paralleluniversum geschaffen, die Welt der Zauberer und Hogwarts, die neben der Muggel-Realität existieren. Dieses Universum wurde mit den klassischen phantastischen Figuren ausgestattet – beispielsweise Riesen, Einhörner, Drachen und Zentauren – zu deren Beschreibung ein neues Vokabular dient. Nur durch den direkten Konsum der Romane oder Filme erhält man Zugang zu diesem Vokabular und gehört zum Kreis der Eingeweihten, die damit einen Code beherrschen, mit dem sie sich verständigen und von den Nicht-Lesern absetzen können. Weiterhin spricht dieses Vokabular auch den Spiel- und Rätseltrieb des Lesers an. Viele Wörter haben lateinische Wurzeln, die einen Hinweis auf die Bedeutung oder Funktion des Begriffes geben. Das ist insbesondere bei den Zaubersprüchen zu beobachten (z. B. der Aufrufezauber Accio). Rowling hat darüber hinaus auf viele verschiedene Prätexte, wie zum Beispiel das klassische Märchen, die Internats- sowie die Detektivgeschichte (vgl. Petzold 2004: 230-232) zurückgegriffen, aus denen sie Motive oder Strukturen übernahm (vgl. Boonyaprasop 2001). Die Prätexte zu finden, indem die ihnen entnommenen Strukturelemente erkannt und ihnen zugeordnet werden, sowie die Bedeutungserweiterung nachzuvollziehen, die durch die Folie der Prätexte eröffnet wird, ist ein weiteres Rätselangebot für die Leser (vgl. Petzold 2001: 23). Zusätzlich wurden viele Figuren aus der Potter-Welt mit sprechenden Namen versehen. Diese zu entschlüsseln ermöglicht es den Lesern, sich einerseits auch jenseits des reinen Lesevergnügens mit den Büchern auseinander zu setzen, andererseits fördert es den Austausch untereinander, man vergleicht, was andere Leser alles verstanden haben und hilft sich gegenseitig weiter. Dieser Prozess gipfelte in zahlreichen öffentlich zugänglichen Harry Potter-Lexika und Glossaren, wie zum Beispiel dem Harry Potter-wiki (http://harrypotter.wikia.com/wiki/Main_Page). Dieser Austausch erfolgt nicht nur mit Gleichaltrigen, sondern kann auch generationsübergreifende Kommunikation stärken, denn, so Kaspar Spinner, „Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene haben ein Thema, über das sie gemeinsam Bescheid wissen.“ (19) Ein weiterer Faktor, der zu der intensiven Beschäftigung mit Harry Potter beigetragen hat, ist die Publikation als siebenbändige Serie. Die Leser fanden schnell heraus, dass auch augenscheinlich nebensächliche Informationen als Hinweise auf die weitere Entwicklung in den Büchern zu deuten waren, zum Beispiel die zuerst eher beiläufig erwähnte fehlende Kralle von Rons Ratte die später dazu führte, dass man sie als Animagus identifizieren konnte (vgl. Harry Potter III). Diese Hinweise zu finden und richtig zu deuten wurde zur Aufgabe der Fans. Die zwischengeschaltete Wartezeit bis zum nächsten Band leistete der Theoriebildung aus vermeintlichen Hinweisen immensen Vorschub und sorgte auch dafür, dass das Interesse an der Serie nicht abflaute. In der Folge kam es zur massenhaften Produktion von fanfiction, in der diese Interpretationen mit Gleichgesinnten geteilt wurden. Dass sich jedoch damit die kreative Auseinandersetzung mit Harry Potter bei Weitem nicht erschöpft, zeigen die zahllosen Adaptationen durch das fandom.

Extratextuelle Kultphänomene – Das Fandom als Kultgemeinde

„Harry Potter-Fans aus aller Welt kommunizieren mittlerweile über das […] Medium der Website im World Wide Web“ (Beinkinstadt Krumlauf 2006: 235). Das Internet ist der Treffpunkt des fandom und Fan-Websiten haben die Funktion der früheren fanzines und Conventions (vgl. Busse and Hellekson 2006: 13) übernommen, wie es sie im ersten klar identifizierbaren fandom zu Science Fiction Literatur gab (vgl. Obst u.a. 2002: 92f). Das fandom als Gemeinschaft lässt sich zunächst über vier verschiedene Faktoren definieren, die dem Prinzip, das die Basis für jegliche Art von kultischen Gemeinschaften bildet, zugrunde liegen: “[The] psychological sense of community [is the basic principle]” (Obst u.a. 2002: 88) “[which] consists of […] Membership, Influence, Integration and Fulfillment of Needs, and Shared Emotional Connection” (ebd.: 89). Die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft impliziert daher erstens immer auch eine Abgrenzung zu einem ‚Außen’, einem Raum oder Personen, die der Gemeinschaft nicht angehören. In diesem Spannungsfeld wird über Inklusion und Exklusion, die Identifikation mit der Gruppe, die zum Beispiel über gemeinsame Interessen, Angebote der emotionalen Sicherheit und ein gemeinsames Symbolsystem funktionieren, verhandelt. Zweitens findet die Einflussnahme auf zwei Ebenen statt – vom individuellen Mitglied ausgehend und die Gesamtstruktur beeinflussend, und, um den Zusammenhalt in der Gruppe zu gewährleisten, von der Gruppe aus auf ihre einzelnen, individuellen Bestandteile oder Akteure gerichtet. Integration und Bedürfniserfüllung beziehen sich auf die angestrebte Etablierung und den darauf folgenden Erhalt einer positiv geprägten Beziehung zwischen Individuum und Gemeinschaft, wobei die einzelnen Mitglieder auch ein Gefühl der Belohnung und der positiven Reziprozität erhalten müssen. Als solche können der generelle Erfolg der Gruppe im Gegensatz zu anderen, der Status der eigenen Mitgliedschaft sowie die Kompetenz der anderen Mitglieder verstanden werden. Der letzte Faktor ist die geteilte emotionale Verbindung, die auf einem Gefühl von gemeinsamer Geschichte und Identifikation mit der Gemeinschaft basiert. Gemeinsame positive Erfahrungen, die von möglichst vielen Mitgliedern geteilt und darum positiv in die Gruppe zurückgeführt und multipliziert werden, verstärken die Verbindung unter den Akteuren und ermöglichen eine Wiederholung und Intensivierung des gesamten Zyklus (Obst u.a. 2002: 89). Richtet man den Fokus auf das fandom in Kombination mit Kult, denkt man also eine auf gemeinsamen (populärkulturellen) Interessen gegründete Gemeinschaft und den Kult im religiösen, nicht-säkularen Sinne zusammen, so wird klar, dass das fandom nur ansatzweise auf Elementen quasi-religiöser Verehrung beruht. Zum Beispiel werden in der Kommunikation über den zentralen Kultgegenstand religiös besetzte und aufgeladene Begriffe verwendet (Hills 2002: 118f.). Allein schon durch seine Verbindung zur Populärkultur ist die Basis und Masse der Mitglieder des fandom sehr breit angelegt – der Elitecharakter, der den Kult definiert, tritt also eher in den Hintergrund. Dieser weiten Definition des fandom als Kultgemeinde steht die engere Version des eher subkulturellen low-profile fandom gegenüber. Dass sich allerdings ein subkulturelles fandom zu einem populärkulturellen Phänomen entwickeln kann und andersherum, wird am Beispiel Harry Potter deutlich. In der Entwicklung und im Aufstieg der Harry Potter-Serie spielt das fandom eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die verschiedenen Internetangebote, die vom fandom ausgehen, können laut Claudia Beinkinstadt Krumlauf in drei verschiedene Kategorien unterteilt werden: Lexika (vgl. 2006: 240), virtuelle Zauberinternate (vgl. ebd.: 242f) und fanfiction (vgl. ebd.: 244f). Das kulturell produktive fandom schafft so soziale Identität im Sinne einer Kultgemeinde. Mit der Marketingoffensive von Warner Brothers zum Erscheinen des ersten Kinofilmes, Harry Potter und der Stein der Weisen (2001), erhoffte sich der Konzern eine hohe Gewinnspanne und setzte mit einer breiten Produktpalette auf Quantität (vgl. Frey und Wagner 2006: 192f.). Doch wenige dieser Gegenstände erreichten wirklich den Nischenmarkt, den die Fangemeinde einerseits darstellt, aber andererseits auch selbst als eigenen Markt, der im Gegensatz zur großflächigen Kommerzialisierung und Kommodifikation steht, wahrnimmt. Hinzu kam die „Verflachung und Abnutzung“ (Frey und Wagner 2006: 207) der Medienfigur Harry Potter in ihrem kommerziellen Kontext und die Tatsache, dass ein Großteil der Merchandising-Produkte eher an ein sehr junges Zielpublikum gerichtet war, obwohl es zu diesem Zeitpunkt aufgrund des altersübergreifenden Erfolges der Bücher schon Erwachsenenausgaben gab (vgl. ebd.: 207). Allerdings könnte die ritualisierte Form des Erscheinens der sieben Bücher als Teil einer kultischen Verehrung verstanden werden, da der Tag der Publikation seit Harry Potter and the Goblet of Fire (2000) international von Fantreffs in Buchhandlungen begleitet wurde. Auf solchen Fantreffs, insbesondere beim Erscheinen des siebten und letzten Bandes Harry Potter and the Deathly Hallows am 21. Juli 2007 in London, wurden exklusive give-aways oder Zusatzangebote offeriert. Zum Beispiel erhielten Fans einen Zertifikatsstempel, der bestätigte, dass der Käufer des Buches um Mitternacht in der Schlange am Buchladen anstand, um möglichst früh die neue Ausgabe des Harry Potter-Bandes zu erhalten. So wurde es dem Mitglied des fandom ermöglicht, seine Hingabe unter Beweis zu stellen, und es ergab sich eine völlig neue Möglichkeit “‘fan social capital’” (Hills 2002: 57) zu akkumulieren. Dieses gesellschaftliche Kapital im Sinne Bourdieus bezieht sich auf das Fannetzwerk und den Status des Einzelnen in diesem Verbund: “[It comprises] the network of fan friends and acquaintances that a fan possesses, as well as their access to media producers and professional personnel linked with the object of fandom” (ebd., Kursivierung im Original). Das physische Buch wird in diesem Fall zum Gegenstand kultischer Verehrung und Erwartung. Neben dem fan social capital existiert noch das “‘fan cultural capital’” (ebd.: 57), also das Wissen um und über das zentrale Objekt des fandom, das im Wesentlichen für die Hierarchiebildung verantwortlich ist. Wissen um den Gegenstand des Kultes, seine Umarbeitung und Formen im fandom sowie Kompetenz im Umgang mit den Medien, die ihn verändern und in denen er verhandelt wird, bilden den Grundstock für die Zugehörigkeit, den Einfluss, die Kommunikation mit dem Rest der Gruppe und die geteilte emotionale Verbindung, die aus dem Austausch über das Kultobjekt sowie die Erfahrungen in der Kommunikation mit anderen Fans entstehen. Folglich lässt sich konstatieren, dass der zentrale Kultgegenstand des Harry Potter-fandom aus der von Joanne K. Rowling verfassten siebenteiligen Buchserie (1997–2007) besteht, die im fandom als canon bezeichnet, also als autorisiertes Leitmedium und referentielle letzte Instanz begriffen wird. Im Gegensatz dazu existiert der so genannte fanon, der Kanon oder die Interpretation des canon innerhalb des Fantextes und des fandom (vgl. Busse and Hellekson 2006: 9). Die kanonische Hierarchie wird also anhand der Produktionsautorität unterschieden, die, dank Joanne K. Rowlings Toleranz gegenüber fanfiction, zu weiten Teilen innerhalb des fandom situiert ist. Fanfiction kann, nach Fiske, als extratextuelle, also vom Kanon abweichende, semiotische Produktion von exzessivem Zusatzmaterial verstanden werden, das die (teils ideologischen, teils figurendarstellungstechnischen) Lücken des kanonischen Textes aufgreift und versucht, diese zu füllen (vgl. 1992: 46f). Eine weitere interessante Lesart betrachtet fanfiction als archontische Literatur: “[This] type of writing […] undermines conventional notions of authority, boundaries and property” (Derecho 2006: 72). Dabei liegt die Stärke der fanfiction nicht nur in ihrer Fähigkeit textuelle Leerstellen im Sinne Isers zu füllen, sondern vor allem in ihrer Eignung einen einzigen Text immer wieder aufzugreifen und neu zu verarbeiten und zu verhandeln. Diese Funktion geht über die des Palimpsestes hinaus, es wird kein vorheriger Text ausgelöscht, um nach dem Überschreiben wieder sichtbar gemacht zu werden, sondern es sind zeitgleich zwei lesbare Texte präsent, die sich beeinflussen, nebeneinander stehen und ohne deren Gleichzeitigkeit weder Referenz zum kanonischen Original, also die kultische Huldigung, noch eine Hervorhebung der Differenzen und deren positive oder negative Gewichtung möglich wäre. Hieran wird deutlich, dass der ursprüngliche Kultgegenstand, der auch der verbindliche Kanon ist, eine weitaus größere Möglichkeit der säkularen Auslegung umfasst, als es im religiösen Kultverständnis der Fall ist, vor allem da die Deutungshoheit nicht mehr bei einer Elite verortet wird, sondern sich im virtuellen Cyberspace global verteilt. Die Auffassung von fanfiction als archontischer Literatur löst daher teilweise die Vorstellungen einer Hierarchie der Interpretation des kanonischen Textes auf und greift Vorstellungen von derivativen Texten als negatives Imitat oder unoriginal an und stellt sie in Frage (Derecho 2006: 73). Fanfiction ist daher vor allem in ihrem virtuellen Kontext als dynamisch, instabil und potenziell unendlich zu sehen. Im konkreten Harry Potter-fandom wird, wie in den meisten anderen fandoms auch, die fanfiction in drei Hauptbereiche oder Subgenres unterteilt: gen (general), het (heterosexual) und slash (homosexual) (vgl. Sindhuber 2010: 13f.). Die Produktion und Rezeption von Harry Potter-bezogener fanfiction kann als identitätsstiftend für die Gruppe des fandom betrachtet werden, doch je nach Subgenre ergibt sich ein fanfiction– oder fanon-interner Kanon an Texten, wie zum Beispiel im het-Genre die Draco (Malfoy) Trilogy: “[A] Draco-centric epic written and posted in installments by Cassandra Claire over a period of six years […] [which] consists of three novel-length stories: Draco Dormiens, Draco Sinister and Draco Veritas” (The Draco Trilogy 2011). Abgesehen von der neuen Kanonformierung könnte man auch die Vorliebe vieler Fans für ein bestimmtes het oder slash pairing, also die romantische oder sexuelle Partnerschaft zwischen zwei Figuren, die zwar der kanonischen Buchserie entstammen, aber von ihrer ursprünglichen Figurenkonzeption abweichend dargestellt werden, als kultisch überhöhtes Element interpretieren. Diesem OTP (One True Pairing) werden ganze Fan-Websites gewidmet, oft inklusive fanart und fanfiction, die ein subtextuelles re-reading verschiedener Sequenzen aus den kanonischen Büchern, aber auch den Filmen präsentieren (vgl. Ashwinder SS/HG 2011). Ein Hinweis auf einen Aspekt, der das fandom der Subkultur zuordnet und damit dem subversiven Potential des Kultes Rechnung trägt, ist oben erwähnte slash fanfiction, die ein reading against the grain exemplifiziert, in dem unterschwellige Spannungen zwischen normativen und von der Norm abweichenden Konzepten der Sexualität im canon-Text aufgedeckt werden (vgl. Tosenberger 2008) 1. Nicht nur bildet das Harry Potter-fandom eine interpretative Gemeinschaft im Sinne Stanley Fishs, die verwendeten Termini zur Klassifizierung verschiedenster Aspekte des fandom und der fanfiction dienen auch der Inklusion und Exklusion und somit der Abgrenzung gegenüber anderen fandoms. Hierdurch entwickelt sich zusätzlich eine gewisse Fanautorität, die von Personen außerhalb des fandom konsultiert werden kann und die mit einem “‘fan symbolic capital’” (Hills 2002: 57-58) für die so ausgewählten Repräsentanten einhergeht. Da man behaupten könnte, dass der Kult um Harry Potter im fandom begründet liegt, muss auch kurz der weitere produktive und oft spielerische Umgang mit dem Buch- und Filmmaterial begutachtet werden, der in vielen Fällen zu weiterer Kultbildung innerhalb des fandom führt. Als Beispiel für einen Kult, der auch zum Erkennungszeichen und Statussymbol innerhalb des fandom geworden ist, seien hier die Potter Puppet Pals genannt, von Fans selbst gefertigte Handpuppen der Protagonisten aus Harry Potter in dem youtube-Video The Mysterious Ticking Noise (NeilCicierega 2007), dessen Anfang zum Code für internetversierte Harry Potter-Fans wurde, was unter anderen eine aus dem Nischenmarkt für den Nischenmarkt produzierte Reihe von auf die Handpuppen bezogenen Fanartikeln hervorrief (vgl. PPPStore 2011). Beweis für die Popularität des Videos sind die 115,753,692 Klicks, die es bis zum 29.11.2011 erhalten hat. Des Weiteren ist A Very Potter Musical (StarKid 2009), erdacht und aufgeführt von Studenten der University of Michigan School of Music, Theater, and Dance, ein Referenzpunkt innerhalb des fandom – nicht nur wegen seines Bezugs auf den Kanon, sondern auch dank seiner zahlreichen Anspielungen auf weitere Phänomene zeitgenössischer Populärkultur und der Umsetzung von eigentlich der fanfiction vorbehaltenen Beziehungskonstrukten wie zum Beispiel Hermione/Draco als pairing, oder auch der sehr klischeehaft überzogenen Homosexualität Dumbledores. Kult bringt in diesem Fall also wiederum Kult hervor.

Back to the Roots – Harry Potters Rückkehr zum Kult?

Auf den Punkt formuliert bedeutet dies, dass sich Harry Potter von einem Kult mit begrenzter Mitgliederanzahl zu einem weitestgehend entgrenzten populärkulturellen Phänomen entwickelte. Letzteres stellte wiederum den Ausgangspunkt für verschiedenste Adaptationen und Appropriationen des Harry Potter-Stoffes dar, die wieder in einer eher limitierten Gemeinschaft rezipiert wurden. Dadurch etablierte sich eine Hierarchie neuer Harry Potter-bezogener Kultobjekte, anhand derer über Mitgliedschaft und Ausschluss aus der Kultgemeinde entschieden wurde. Die ‚Leser’, die die Bücher und Filme ‚lediglich’ rezipieren, besitzen somit weniger fan social, cultural und symbolic capital als jene, die in der Kultgemeinde miteinander kommunizieren, sich nach Interesse zusammenschließen und den Kultkanon des fandom formen und verhandeln. Obwohl Harry Potter im Bezug auf die Leserschaft und das generelle Publikum also als ein Massenphänomen zu bezeichnen ist, kann man behaupten, dass die Kultgemeinde des fandom sich international und viral den Charakter des Kultes bewahrt hat, indem sie die Kommodifikation des Kultgegenstandes weitestgehend zurückweist, auf Eigenproduktion und Kreativität im Umgang mit vorhandenem Material zurückgreift und so auch einen Großteil an Deutungshoheit für sich beansprucht, die dem populärkulturellen Publikum weitestgehend verschlossen bleibt. Hinzu kommt, dass populärkulturelle Phänomene eine relativ kurze Lebensdauer besitzen und schnell abgelöst werden. Die letzten Harry Potter-Filme zum Beispiel standen in direkter Konkurrenz zu den Verfilmungen der Twilight-Serie. Die beiden Phänomene überschnitten sich, als die Popularität von Harry Potter bereits nachzulassen begann, die von Twilight allerdings ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hatte. Dies löste große Animosität zwischen den beiden fandoms aus. Mittlerweile besteht die Konkurrenz zur Twilight-Serie bemerkenswerterweise nicht mehr aus Harry Potter, sondern anderen Vampirserien aus Literatur und Film, wie etwa True Blood oder Vampire Diaries. Die populärkulturelle Lebenszeit von Harry Potter scheint abgelaufen, die Serie ist für den Mainstream nicht mehr interessant. Findet damit das fandom wieder zu der ursprünglichen, enger definierten Version der Kultgemeinde zurück? Diese eine Entwicklung findet tatsächlich statt, wie unter anderem an den sinkenden Zahlen der neuen fanfictions abzulesen ist (vgl. Harry Potter Fanfiction 2011), die anzeigen, dass die Produktivität innerhalb des fandom letzthin etwas nachgelassen hat. Doch es bleibt abzuwarten wie sich die Zahlen weiter entwickeln, bevor eine endgültige Aussage über den Niedergang der Serie getroffen werden kann. Man kann also argumentieren, dass Harry Potter sich aufgrund intratextueller Elemente zum Kultbuch entwickelt hat, dessen Potential erkannt wurde und das auf populärkultureller Ebene verbreitet und daraufhin kommodifiziert wurde, ohne jedoch den harten Kern des fandom zu tangieren. Das fandom brachte daraufhin durch die Weiterverarbeitung des Textes und der Filme extratextuelle Kultobjekte und Riten hervor, die durch Prestigeakkumulation und als Statussymbol den Platz des Fans in der Hierarchie des fandom anzeigen. Nachdem der Zenit der Popularität überschritten war, blieb Harry Potter zwar im Bewusstsein des Publikums als Phänomen verankert, erhält aber nur in der Gemeinschaft des nun wieder eher subkulturellen fandom seinen Kultstatus weiterhin aufrecht.

Literaturverzeichnis:

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Anmerkungen:


  1. Der Aspekt der slash fanfiction ist ein viel diskutierter, und das nicht nur im Harry Potter-fandom, sondern auch, zum Beispiel, in der Serie Star Trek (vgl. Penley 1992, vgl. Falzone 2005). Interessant ist hierbei vor allem die Konstruktion von Sexualität und Geschlecht, besonders angesichts der Tatsache, dass male/male fanfiction fast ausschließlich von Frauen produziert und rezipiert wird (vgl. Penley 1992: 483).