Mückengesirr

Mückengesirr

© Mar­lè­ne Goumy

Ein Sonett von Melanie Roubal

 

Oh! Wie sie tan­zen, die Mücken, um der Son­ne Raum.

Tau­send geflü­gel­te Gesel­len, so klein, doch groß

Genug, Gestir­ne zu ver­dun­keln mit ihrem Schoß

               — Wie ein Alp­druck ihr Gesum­me, Melo­die aus schlech­tem Traum.

 

Allein, geblen­det von der Son­ne Schein,

Erblickt das Licht der Welt die Mücke nicht.

Ein Berg von Lar­ven, dicht an dicht

- Ein Mahl für Fische sollt ihr sein!

 

Hin­ein kam sie ins Haus geflogen,

Im Kuss des Lichts, sich zu vergnügen,

Und laben am roten Lebens­saft in vol­len Zügen

- Zufrie­den, dick, und vollgesogen.

 

Doch stirbt der Para­sit, ver­ab­scheut von des Men­schen Hand;

Was bleibt ist schuld‘ger Fleck an rei­ner Wand.

 

 

Mela­nie Rou­bal, 1989 in einem klei­nen Ort in Ost­fries­land gebo­ren, stu­dier­te nach dem Abitur Lehr­amt mit dem Schwer­punkt Deutsch als Fremd­spra­che, bevor sie eini­ge Zeit den Schüler*innen einer eng­li­schen High­school nicht nur die deut­sche Gram­ma­tik, son­dern auch die viel­sei­ti­ge Lite­ra­tur ihres Hei­mat­lan­des näher­brach­te. Momen­tan stu­diert sie Ger­ma­nis­tik und Anglis­tik an der Uni­ver­si­tät Augs­burg und schreibt in ihrer Frei­zeit Gedich­te, Kurz­pro­sa und Kin­der­ge­schich­ten, wenn sie nicht mit ihren Hun­den durch die Natur streift – oft mit Stift und Notiz­buch in der Hand. Das Schrei­ben ist für sie ein Ven­til, durch­leb­te Gefüh­le und gemach­te Erin­ne­run­gen zu kana­li­sie­ren, um der Welt dann mit einem Lachen begeg­nen und ande­re mit ihren Wer­ken eben­falls zum Lächeln brin­gen zu können.