#17 hörinsblau — Nora Bossong 

#17 hörinsblau — Nora Bossong 

Augsburger Gespräche zu Literatur, Theater und Engagement 2022

Zusam­men­halt bedeu­tet Kon­flikt­fä­hig­keit und das kon­struk­ti­ve Rin­gen um die bes­te gemein­sa­me Zukunft. Er kann weder ‚von oben‘ ver­ord­net, noch von Insti­tu­tio­nen vor­ge­schrie­ben wer­den. Doch wer defi­niert also den Zusam­men­halt und auf wel­cher Grund­la­ge? Und muss die Viel­falt der Mei­nun­gen tat­säch­lich über alles gestellt wer­den? Müs­sen nicht auch „unver­han­del­ba­re Gren­zen mar­kiert wer­den, damit nicht die­je­ni­gen allein gelas­sen wer­den, die an die Demo­kra­tie glau­ben und die ihren Schutz brau­chen?“ (Caro­lin Emcke) Gera­de vor dem Hin­ter­grund des Kon­flikts zwi­schen der Ukrai­ne und Russ­land stellt sich die­se Fra­ge ein­mal mehr.

 

Nora Bossong stu­dier­te Lite­ra­tur am Deut­schen Lite­ra­tur­in­sti­tut Leip­zig und Kul­tur­wis­sen­schaft, Phi­lo­so­phie und Kom­pa­ra­tis­tik in Ber­lin, Pots­dam und Rom. Sie grün­de­te das Bünd­nis unteil­bar, das für eine freie und offe­ne Gesell­schaft ein­steht und mit For­de­run­gen an die Poli­tik geht. Außer­dem ist sie Mit­be­grün­de­rin des PEN Ber­lin, eine NGO, die sich für Auf­klä­rung, Mei­nungs­viel­falt, Tole­ranz und Soli­da­ri­tät ein­setzt. Für ihr Wir­ken als Autorin erhielt sie unter ande­rem den Kunst­preis Ber­lin der Aka­de­mie der Küns­te Ber­lin und den Tho­mas Mann-Preis. Schau­ins­blau hat mit ihr über ihren Essay­band Auch mor­gen gespro­chen und Fra­gen zu Genera­tio­nen­kon­flik­ten, gesell­schaft­li­cher Spal­tung und der Kli­ma­kri­se gestellt.